Virtuelles Lehrerzimmer startet nun doch

Virtuelles Lehrerzimmer startet nun doch

Von Nina Magoley

  • Digitale Schulplattform Logineo NRW startet endlich
  • Start war eigentlich für 2017 geplant
  • Verzögerung durch Sicherheitsprobleme

Die digitale Schulplattform Logineo NRW soll Lehrern die Arbeit erleichtern. Der eigentlich für 2017 geplante Start verschob sich immer wieder. Grund für den immer wieder verschobenen Start waren ungelöste technische Probleme, vor allem in puncto Datensicherheit.

Jetzt soll Logineo NRW aber fertig sein: An 20 Schulen sei die digitale Arbeitsplattform erfolgreich getestet worden, sagte Staatssekretär Mathias Richter am Dienstag (26.11.2019) bei der Vorstellung im Schulministerium. Fast beschwörend fügte er hinzu: "Und es funktioniert auch."

Was kann Logineo NRW?

Das Programm ist eine digitale Arbeitsplattform, mit deren Hilfe Lehrer ihre Arbeit besser organisieren können: Gemeinsame Kalender führen, Emails "rechtssicher" untereinander verschicken, Lernmaterialien in einer geschützten Cloud austauschen.

Wer kann die Plattform nutzen?

Schulen aller Formen können sich online anmelden. Dabei bekommt jede Schule ihre eigene Plattform, Datencloud und Kalender. Ziel des Ministeriums sei, jeden Monat 140 Schulen in NRW aufzunehmen, bis schließlich alle das System nutzen, so Richter.

Auf lange Sicht soll Logineo auch für Schüler zugänglich sein. An dieser Weiterentwicklung werde derzeit gearbeitet.

Wie steht es um die Datensicherheit?

Screenshot eines Kalenders auf Logineo NRW

Screenshot eines Kalenders auf Logineo NRW

Für besonders sensible Daten gibt es den sogenannten "Datensafe", eine webbasierte Cloud mit doppelter Zugangssicherung. Alle Daten auf Logineo würden in einem zertifizierten Rechenzentrum gehostet, heißt es vom Ministerium.

Was sagen die Lehrer?

Im Prinzip sei Logineo NRW ein wichtiger Schritt "zu einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur in den Schulen", sagt Sven Christoffer vom Verband Lehrer.NRW. Vollkommen ungelöst sei allerdings die Frage der Datensicherheit: Da die Schulen in NRW nur wenige schuleigene Rechner haben, werden Lehrer in der Regel auf ihren privaten Computern mit Logineo arbeiten müssen.

Das wiederum muss sich jede Lehrkraft beim Ministerium genehmigen lassen - und dabei auch zusichern, dass die notwendigen Sicherheitsstandards auf dem privaten Computer eingehalten werden. "Nicht jeder aber ist IT-Experte", sagt Christoffer. Wer seine Firewall oder andere Virenschutzprogramme nicht aktuell hält und dann gehackt wird, hafte persönlich für den Schaden.

Da in Logineo neben Unterrichtsmaterialien auch "hochsensible Schülerdaten" - wie Noten oder einzelne Vermerke - gespeichert sind, sei das "vollkommen inakzeptabel": Das Ministerium, so Christoffer, "wälzt das Thema Datenschutz auf die Lehrkräfte ab". Lehrer.NRW rate daher davon ab, Logineo NRW unter diesen Bedingungen mit privaten Endgeräten zu nutzen.

Stand: 26.11.2019, 16:32