Opposition will Schule und Kitas schneller öffnen

Opposition will Schule und Kitas schneller öffnen

Von Rainer Striewski

  • Opposition im Landtag fordert schnellere Öffnung von Kitas und Schulen
  • SPD und Grüne schlagen "kreative Lösungen" vor
  • Minister Stamp geht von eingeschränkten Regelbetrieb vor September aus

Nach acht Wochen Zwangspause durften am Donnerstag (14.05.2020) erstmals wieder mehr Kinder in die Kita oder zur Tagesmutter - vorrangig Vorschulkinder mit einem besonderen Förderbedarf. Viel zu wenig, findet die Opposition im Düsseldorfer Landtag. Denn die meisten der rund 700.000 Kindergartenkinder in NRW müssen weiterhin zuhause bleiben.

"Es ist nicht hinzunehmen, dass ein Großteil der Kinder weitere sieben Wochen von der Betreuung ausgeschlossen ist", kritisierte Josefine Paul (Grüne) im Familienausschuss des Landtags. "Die vorgesehene Regelung, dass viele Kinder bis zum Sommer nur noch zwei Mal in die Kita gehen kann, stellt Eltern vor unzumutbaren Herausforderungen", so Paul weiter.

Unterricht im Zoo oder Wald

Sollte der vorhandene Platz in den Kitas nicht ausreichen, könne man ja auch Räume außerhalb der Kitas nutzen, schlug SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty vor: "Warum nicht in den Pfarrsaal gehen?" Das gelte auch für Schulen. Hier könne er sich Zoos, Museen oder Waldschulen als außerschulische Lernorte vorstellen. Denn: "Drei Tage Unterricht bis zu den Sommerferien ist zu wenig", so Kutschaty. Zudem dürften die Betreuungsangebote in den Sommerferien nicht komplett heruntergefahren werden.

Ausweitung der Corona-Tests gefordert

Da die Betreuung von Kindern und Schülern aber nicht nur eine Platz-, sondern auch eine Personalfrage ist fordert die Opposition eine deutliche Aufstockung der Testkapazitäten. Alle Personen, die in sensiblen Bereichen arbeiten, müssten regelmäßig und verdachtsunabhängig getestet werden, forderte der SPD-Fraktionschef.

Die Kapazität in den 18 vertragsärztlichen Laboren in NRW betrage 187.000 Tests wöchentlich, so Kutschaty. Davon würden derzeit nur etwa 82.000 ausgeschöpft. NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) verwies im Familienausschuss hingegen auf eine bundesweite Testkapazität von einer Million Tests pro Woche. Davon würde allein NRW 220.000 benötigen, wenn man alle 110.000 Kita-Beschäftigten zwei Mal pro Wochen testen würde.

Eingeschränkter Kita-Betrieb vor September

Dabei kündigte Stamp an, dass es vermutlich schon vor September zumindest einen eingeschränkten Kita-Betrieb für alle Kinder geben wird. Es werde gelingen, das früher anzubieten als bislang geplant, so der NRW-Familienminister.

Stamp bittet um Verständnis bei Kita-Öffnungsplan

WDR 5 Westblick - Interview 08.05.2020 07:14 Min. Verfügbar bis 08.05.2021 WDR 5

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Stand: 14.05.2020, 13:42