Bundestagswahl: Mützenich ist Spitzenkandidat der NRW-SPD

Rolf Mützenich (SPD), Mitglied des Bundestags und Spitzenkandidat der nordrhein-westfälischen SPD zur Bundestagswahl, spricht zu den zugeschalteten Delegierten.

Bundestagswahl: Mützenich ist Spitzenkandidat der NRW-SPD

Von Sabine Tenta

Fraktionschef Mützenich und Umweltministerin Schulze führen die Liste der NRW-SPD für den nächsten Bundestag an. Für den Gesundheitspolitiker Lauterbach könnte es eng werden.

Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat Rolf Mützenich zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im September gekürt. Bei einer digital übertragenen Konferenz in Duisburg wurde der 61-jährige gebürtige Kölner mit 97 Prozent der Stimmen auf Platz eins der NRW-Landesliste gewählt. Mützenich ist seit Mitte 2019 Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion. Er zeigte sich überzeugt, die SPD werde bis zur Bundestagswahl aus dem Umfrage-Tief kommen. Die Einführung der Grundrente und das Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie seien nur zwei Beispiele für SPD-Erfolge in der Regierungszeit.

Auch wenn es einige Gegenkandidaturen gab - am Ende gingen alle Wahlvorschläge des Landesvorstandes glatt durch. Auf Platz zwei steht nun Bundes-Umweltministerin Svenja Schulze. Auf Platz drei Ex-Landeschef Sebastian Hartmann.

Sinn und Zweck einer Landesliste

Die Landesliste stellt neben der direkten Kandidatur in einem Wahlkreis die zweite Möglichkeit dar, in den Bundestag zu kommen. Die Landesliste zieht dann, wenn der Zweitstimmenanteil einer Partei höher ist als die Zahl der direkt gewonnenen Mandate. Das ist in der Regel der Fall. Die vorderen Plätze einer Landesliste sind also mit der guten Aussicht verbunden, in den Bundestag zu kommen. Je weiter unten ein Kandidat oder eine Kandidatin steht, desto größer wird der Druck, über ein Direktmandat einzuziehen.

Die spannenden weiteren Plätze

Bei der letzten Bundestagswahl 2017 konnten die ersten 15 Kandidierenden über die NRW-Landesliste in den Bundestag einziehen. Damals holte die SPD 20,5 Prozent. Umfragen sehen sie aktuell deutlich unter diesem Ergebnis. Vor diesem Hintergrund sind die folgenden Platzierungen zu sehen.

Der Bundesschatzmeister der Partei, Dietmar Nietan, wurde am Samstag auf Platz 17 gewählt. Die Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal, die erstmals in den Bundestag will, steht auf Platz 20.

Lauterbach muss sein Direktmandat verteidigen

Einer der profiliertesten Gesundheitspolitiker in der Corona-Pandemie, Karl Lauterbach, ist auf Listenplatz 23 gelandet. Er wird wohl - wie schon im letzten Bundestagswahlkampf - darauf angewiesen sein, das Direkt-Mandat in seinem Wahlkreis "Leverkusen-Köln IV" zu holen. Dort fordert ihn die CDU-Politikerin Serap Güler heraus. Die Staatssekretärin für Integration in der NRW-Landesregierung möchte in die Bundespolitik wechseln.

Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, liegt mit Platz 36 von 82 relativ weit abgeschlagen. Sie hatte bei der letzten Bundestagswahl ihren Wahlkreis "Herne - Bochum II" direkt gewonnen.

Die digital gewählte Liste muss noch per Briefwahl bestätigt werden. Anfang Mai werden die finalen Ergebnisse voraussichtlich vorliegen.

Stand: 24.04.2021, 17:47

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