Landesregierung: Es bleibt bei der Umsiedlung von fünf Braunkohle-Dörfern

Braunkohle-Bagger vor Kraftwerk Weisweiler

Landesregierung: Es bleibt bei der Umsiedlung von fünf Braunkohle-Dörfern

Das Kabinett hat eine neue Leitentscheidung Braunkohle beschlossen. Demnach bleibt es bei der Umsiedlung von fünf Dörfern. Festgelegt wurden auch Abstände zum Tagebau und zum Hambacher Forst.

Die Landesregierung hat eine neue Leitentscheidung für den Braunkohle-Tagebau beschlossen, sie liegt dem WDR vor. Demnach werden die Umsiedlungen der Erkelenzer Ortschaften Keyenburg, Kuckum, Unter- und Oberwestrich sowie Beverath bis spätestens 2028 abgeschlossen. Ebenfalls abgeschlossen wird die Umsiedlung der Kerpener Ortschaft Manheim und zwar bis 2022.

Lediglich die Umsiedlung der Merzenicher Ortschaft Morschenich sei bergbaulich nicht mehr erforderlich. Bis 2024 können die Bewohner frei entscheiden, ob sie an der Umsiedlung teilnehmen wollen oder nicht.

Abstandsgrenzen für Dörfer und Wald

Festgelegt werden auch Abstandsgrenzen. So wird beim Hambacher Forst ein Abstand von 50 Metern zwischen Böschungskante und Baumbestand für ausreichend erachtet. Der Wald sei nicht auf Grundwasser angewiesen, die Wurzeln reichten nicht so tief. Versorgt werde der Wald durch Niederschlagswasser.

Für die Dörfer, die an das Tagebaugebiet Garzweiler II angrenzen, werden großzügigere Abstände zum Abbau definiert. Künftig muss er mindestens 400 Meter betragen. Dies soll zu einer Verringerung der tagebaubedingten Immissionen führen und bessere Entwicklungsmöglichkeiten für die Ortschaften bieten. Die betroffenen Kommunen hatten mindestens 500 Meter gefordert.

Strukturwandel und Rekultivierung

Zudem sind in der Leitentscheidung einige Grundpfeiler für den Strukturwandel festgelegt. So soll das Rheinische Revier zu einer "nachhaltigen Mobilitäts- und Energieregion umgebaut werden". Ebenfalls geregelt wird die Rekultivierung der abgebaggerten Flächen. Wörtlich heißt es im Entwurf: "Die Landesregierung erwartet von der Bergbautreibenden, dass sie die Rekultivierung ambitionierter angeht."

Vierte Leitentscheidung des Landes

Eine Leitentscheidung ist die Planungs-Grundlage für den Braunkohle-Abbau in NRW. Die nun vom Kabinett beschlossene Leitentscheidung ist die vierte in der Geschichte des Landes. Die drei vorherigen wurden 1987, 1991 und 2016 beschlossen. Die Umsetzung sei dann eine gemeinsame Aufgabe von Land, Region und Gemeinden vor Ort, heißt es im Entwurf.

Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Braunkohlereviers

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 01.10.2020 03:59 Min. Verfügbar bis 30.09.2021 WDR 5 Von Thomas Kalus


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Stand: 07.10.2020, 16:59