Kommentar: Zulage bringt NRW keinen neuen Lehrer

Ein älterer Lehrer mit grauen Haaren betritt ein Lehrerzimmer

Kommentar: Zulage bringt NRW keinen neuen Lehrer

Von Daniela Junghans

Schon lange beschäftigt das Thema die Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Nun hat sie erneut Gegenmaßnahmen vorgestellt - etwa eine befristete Zulage. Was bringt das?

Die vorgestellten Maßnahmen zeigen vor allem eines: Es gibt nicht mehr viele Möglichkeiten, den Lehrermangel zu bekämpfen. Die meisten hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) längst ergriffen: Seiteneinsteiger gewinnen, Pensionäre zurückholen, arbeitslose Oberstufenlehrer an Grundschulen schicken. Jetzt reden wir nur noch über Kleinigkeiten und über etwas mehr Gerechtigkeit im System.

Eine gute Idee

Daniela Junghans

Daniela Junghans

Die Zulage für neue Lehrer, die in soziale Brennpunkte gehen oder aufs Land - das ist sicher eine gute Idee. Denn diese Schulen haben es deutlich schwerer, freie Stellen zu besetzen. Gerade in Zeiten des Lehrermangels haben Hochschulabsolventen die Wahl zwischen vielen Angeboten.

Wer kann es ihnen verdenken, dass sie lieber nach Köln oder Düsseldorf gehen statt nach Duisburg-Marxloh oder ins ländliche Westfalen? Die Folge: An manchen Schulen merkt man kaum etwas vom Lehrermangel, an anderen ist die Situation dagegen besonders schlimm.

Lehrermangel: "Seiteneinstieg sehen wir mit großer Sorge"

WDR 5 Morgenecho - Interview 21.11.2019 06:25 Min. Verfügbar bis 20.11.2020 WDR 5

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Ungerecht?

Das könnte man auch mit Zwangsversetzungen lösen. Eine Zulage für alle, die an eine weniger beliebte Schule gehen, ist die nettere Variante. Allerdings auch nur für die betroffenen neuen Lehrer - ihre Kollegen, die bereits an diesen Schulen unterrichten, bekommen weiter das Standardgehalt und werden das möglicherweise ziemlich ungerecht finden.

Und, auch das muss deutlich gesagt werden: Diese Zulage bringt NRW keinen einzigen neuen Lehrer, der Mangel wird nur gerechter verteilt.

Lehrer: Der härteste Job der Welt? Unterwegs im Westen 18.11.2019 29:03 Min. UT Verfügbar bis 18.11.2020 WDR Von Donya Farahani

Stand: 21.11.2019, 15:45