Lehrermangel in NRW nimmt zu

Leeres Lehrerpult vor unbeschriebener Schultafel

Lehrermangel in NRW nimmt zu

  • Zahl der offenen Stellen steigt
  • Viele Berufsaustritte
  • Besserung ab Mai versprochen

An den Schulen Nordrhein-Westfalens ist die Zahl der unbesetzten Stellen gestiegen. Wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums an den Personalausschuss des Düsseldorfer Landtags hervorgeht, gab es zum Stichtag 1. April im gesamten schulischen Bereich 1.077 offene Stellen mehr als noch im Januar.

SPD spricht von "Tatenlosigkeit"

Die SPD-Opposition warf der schwarz-gelben Landesregierung Tatenlosigkeit vor. In vielen Stadtteilen und Schulformen sei der Unterrichtsausfall längst nicht mehr hinnehmbar, kritisierte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Zimkeit.

Schulen ohne Bewerber Westpol 31.03.2019 UT DGS Verfügbar bis 31.03.2020 WDR

Deshalb müsse kurzfristig dafür gesorgt werden, dass die eingesparten Personalmittel anderweitig an den Schulen verwendet werden könnten. Mit außerschulischem Personal könnten etwa multiprofessionelle Teams gebildet werden.

Steigerung um 2.000 Stellen

Wie das Schulministerium auf Anfrage bestätigte, gab es am 1. Januar 6.354 offene Planstellen im Schulbereich, während es zum 1. April schon 8.380 gewesen seien. Allerdings sei dabei zu berücksichtigen, dass mit dem Haushalt 2019 auch 949 zusätzliche Planstellen geschaffen worden seien, die erst ab August besetzt werden könnten.

Ursache für den hohen Anstieg der Zahlen seien viele Berufsaustritte zum 31. Januar 2019. Die Stellen hätten aber nicht vor Mai besetzt werden können, weil erst Ende April wieder Lehramtsanwärter verfügbar gewesen seien, die ihren Vorbereitungsdienst beendet hätten, erklärte das Ministerium.

Stand: 06.06.2019, 18:13