Landtag diskutiert über höhere Lehrergehälter

Schulunterricht

Landtag diskutiert über höhere Lehrergehälter

  • Anhörung im Landtags-Finanzausschuss zu Lehrer-Gehältern
  • SPD-Forderung nach Angleichung für Grundschul-Lehrkräfte
  • Streit über Verfassungsgemäßheit von Lohnunterschieden

Die Forderung nach gleichem Einstiegslohn für alle verbeamteten Lehrer von Grundschule bis zum Gymnasium beschäftigt erneut den Landtag. Bei einer Anhörung im Haushalts- und Finanzausschuss diskutierten Juristen das Thema am Dienstag (05.01.2019) in Düsseldorf kontrovers.

Gehaltsunterschied: 500 Euro brutto

Bisher werden Lehrer an Grundschulen nach Besoldungsstufe A12 bezahlt - das sind rund 500 Euro brutto im Monat weniger als bei Stufe A13, die für gymnasiale Oberstufenlehrer gilt. Auslöser der Besoldungsdebatte ist ein Gesetzentwurf der SPD für eine Gleichstellung. Pro Jahr würden höhere Gehälter das Land 435 Millionen Euro kosten.

Das Argument für eine Angleichung: Seit 2009 ist die Ausbildung für Lehrer aller Schulformen gleich lang. Bei der Anhörung betonte Rechtsprofessor Heinrich Amadeus Wolff von der Universität Bayreuth, er sehe dennoch keine verfassungsmäßige Pflicht zur Gehaltsangleichung. Unterschiedliche Lehrergehälter seien "verfassungsrechtlich bedenklich", hielt der Bochumer Jurist Sven Ollmann seinem Kollegen entgegen.

Lehrermangel in NRW: Mehr Geld und Entlastung

WDR 5 Morgenecho - Interview 11.10.2018 06:18 Min. WDR 5

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Entscheidung vor Gericht oder im Landtag?

Inzwischen haben zwei Grundschullehrer beim Verwaltungsgericht Düsseldorf Klagen eingereicht. Sie fordern gleichen Lohn. Die Lehrergewerkschaften GEW und VBE betonten, Ziel sei keine juristische, sondern eine politische Lösung. Seit vielen Jahren warte man darauf. Vom NRW-Schulministerium habe man die Ansage bekommen, der Ball liege im Feld des Finanzministeriums. Abgeordnete der schwarz-gelben Koalition kündigten an, das Thema weiter beraten zu wollen.

Stand: 05.02.2019, 17:36