Altenheime sollen trotz Corona weiter Menschen aufnehmen

NRW-Gesundheitsminister Laumann auf einer Pressekonferenz.

Altenheime sollen trotz Corona weiter Menschen aufnehmen

Von Thomas Drescher

  • Keine Aufnahmestopps in Altenheimen
  • Grenzen zu Belgien und den Niederlanden bleiben offen
  • Europaminister rät allerdings von Reisen ab

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will trotz der besonderen Gefährdung durch das Coronavirus keinen Aufnahmestopp in Altenheimen. Die Einrichtungen seien "der sensibelste Bereich" in der Pandemiekrise, sagte Laumann am Freitag (03.04.2020) in Düsseldorf.

Laumann gegen Aufnahmestopp

Dennoch müssten Patienten, die etwa einen Schlaganfall hatten oder die nach dem Aufenthalt im Krankenhaus nicht mehr in ihre eigene Wohnung zurückkehren können, in Heimen untergebracht werden können. Dies solle in NRW anders geregelt werden als es zurzeit Niedersachsen tue.

Zwangstests und Isolation

Alle Patienten müssten vor Verlegung in ein Altenheim auf das Coronavisus getestet und im Heim 14 Tage lang isoliert werden, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Samstag mit.

Mit der neuen Rechtsverordnung sollen die Krankenhäuser entlastet werden und gleichzeitig weitere Infektionswellen in Alten- und Pflegeeinrichtungen verhindert werden.

Keine touristischen Reisen

06.11.2019, Düsseldorf: Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Nordrhein-Westfalen bei einer PK zur Ruhrkonferenz.

Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) rief alle Menschen in NRW dazu auf, in den beginnenden Osterferien touristische Reisen innerhalb des Landes sowie in die Niederlande oder nach Belgien zu unterlassen. "Alle nicht notwendigen Reisen und Bewegungen müssen unterbleiben", sagte der Minister. "Wir müssen uns alle und unsere Nachbarn schützen."

Dies sei für die Menschen in NRW besonders schwer, weil viele die Osterferien traditionell in den Niederlanden verbringen. Dort aber seien alle touristischen Ziele geschlossen.

Grenzen bleiben offen

Zugleich kündigte Holthoff-Pförtner an, die Grenzen würden nicht geschlossen. Grenzschließungen würden kein einziges Problem lösen, dafür aber Lieferketten und den Pendelverkehr behindern. Darüber sei er sich mit seinen Amtskollegen in Belgien und den Niederlanden einig.

Nordrhein-Westfalen sei mit Belgien und den Niederlanden wirtschaftlich und logistisch auf das Engste verbunden. Die Transportwege müssten als Lebensadern offen bleiben.

Allerdings seien sowohl Bundespolizei als als Landespolizei zu verstärkten Kontrollen angewiesen. Wer unterwegs ist, müsse damit rechnen, nach dem Grund seiner Reise gefragt zu werden.

Corona-Briefing #12 - Experten aus dem HomeOffice

WDR RheinBlick 03.04.2020 20:08 Min. Verfügbar bis 03.04.2021 WDR Online

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Gesundheitsminister: "Es geht in die richtige Richtung"

Wie viele Politiker und Experten beobachtet auch Gesundheitsminister Laumann, mit welchem Tempo sich die Pandemie ausbreitet. Wichtigster Indikator dafür ist die Anzahl der Tage, in denen sich die Zahl der Infizierten verdoppelt. Mit Stand vom Freitag (03.04.2020) liegt dieser Wert nach offiziellen Angaben in NRW bei 9,4 Tagen. Am Dienstag waren es noch 8,9 Tage. "Es geht in die richtige Richtung", sagte Laumann.

Stand: 04.04.2020, 09:58