Laumann zieht Bilanz zu Corona-Impfungen: "Gigantische Impfaktion"

Stand: 17.12.2021, 16:46 Uhr

An Weihnachten 2020 starteten die Corona-Impfungen in NRW. Gesundheitsminister Laumann zieht nun eine positive Bilanz. Die Zahlen scheinen ihm recht zu geben.

Von Christian Wolf

Vor rund einem Jahr, genauer gesagt am 2. Weihnachtsfeiertag 2020, war es endlich so weit: Die Corona-Impfungen in NRW gingen los. Anfangs stand nur wenig Impfstoff zur Verfügung, nach und nach wurde es dann mehr, bis im Sommer jeder eine Spritze bekommen konnte.

Kurz vor dem "Jubiläum" der ersten Impfung hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine Bilanz gezogen. Angesichts von rund 32 Millionen verabreichten Impfdosen handele es sich um eine "gigantische Impfaktion", die es "noch nie in unserer Gesellschaft gegeben hat". Etwas mehr als die Hälfte aller Impfungen seien in Arztpraxen gelaufen, knapp die andere Hälfte in den Angeboten der Kommunen.

Zwar räumte Laumann ein: "Es ist in diesem Jahr des Impfens nicht alles glatt gelaufen. Es sind auch Fehler passiert." Trotzdem habe sich jeder impfen lassen können.

"Es ist keiner in diesem Land deswegen nicht geimpft, weil es kein Impfangebot gab." Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister NRW

Erfreulich sei in diesem Zusammenhang, dass es in der vergangenen Woche auch 100.000 Erstimpfungen gegeben habe.

NRW bei Impfungen über den Bundesschnitt

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass die Impfbereitschaft in NRW über dem Bundesdurchschnitt liegt. Bei den Erstimpfungen sind es mit 76,9 Prozent fast vier Prozentpunkte mehr, bei den Zweitimpfungen etwas mehr als drei Prozentpunkte über dem Schnitt und den Boosterimpfungen knapp drei Prozentpunkte.

Vor allem über die vielen Auffrischungsimpfungen freut sich Laumann. Nach dem Saarland liege NRW mit einer Quote von 31,8 Prozent auf dem zweiten Platz. Derzeit gebe es 1,4 Millionen Impfungen pro Woche in NRW. Das sei eine "gigantische Leistung". Mehr als 11.000 Arztpraxen würden sich derzeit beteiligen.

Kassenärzte fordern Impfregister

Auch die Vertreter der beiden Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) zeigten sich am Freitag zufrieden mit dem Verlauf der Impfkampagne. Der Vorstandsvorsitzende der KV Westfalen-Lippe, Dirk Spelmeyer, sprach sich in diesem Zusammenhang für die Einführung eines Impfregisters aus. Der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Frank Bergmann, forderte eine verstärkte Aufklärungsstrategie zu den Vorteilen der Impfung.

Laumann kann Mangel an Impfstoffen "nicht ausschließen"

Unklar ist bislang, wie sich die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ausgesprochene Warnung vor möglicherweise zu wenig Booster-Impfstoff auswirken wird. Laumann wollte am Freitag mögliche Engpässe nicht bestätigen. Für die Bestellung und Auslieferung der Impfstoffe an die Länder sei der Bund zuständig, Probleme bei der Versorgung könne er aber "nicht ausschließen".

Hoffen auf Fortsetzung der 2G-Regel

Mit Spannung wird eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster erwartet, ob die 2G-Regelung im Einzelhandel standhält. Ein Gericht in Schleswig-Holstein hatte am Dienstag die Regeln für das Bundesland für rechtmäßig erklärt, in Niedersachsen wurde die 2G-Regel am Donnerstag gekippt. Kommende Woche will das Gericht in Münster über eine Klage entscheiden.

Laumann sagte am Freitag, seine Hoffnung sei "groß", dass die NRW-Regel bleibt. "Politisch bin ich schon der Meinung, dass es richtig ist, einen Unterschied zu machen zwischen geimpften und nicht geimpften Menschen in der Frage der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben." Durch die relativ hohe Durchimpfungsrate sei es in NRW gelungen, das Infektionsgeschehen unter dem Bundesdurchschnitt zu halten. Damit bleibe die Situation in den Krankenhäusern beherrschbar.