Laumann bedauert Golfplatz-Spruch über Ärzte

Karl Josef Laumann spricht gestikulierend ins Mikro

Laumann bedauert Golfplatz-Spruch über Ärzte

Von Martin Teigeler

Politiker und Ärztevertreter streiten über das mangelnde Tempo bei den Corona-Booster-Impfungen. Jetzt entschuldigt sich NRW-Gesundheitsminister Laumann (CDU) - wegen eines Spruchs über golfende statt impfende Ärzte.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich für einen Spruch über Ärzte entschuldigt. Laumann hatte laut "Ärztezeitung" bei einer Veranstaltung am Montag in Düsseldorf mit Bezug auf das Impf-Tempo bei Hausärzten gesagt: "Statt Golfplatz am Samstag" sollten Ärzte samstags impfen. Am Mittwoch ruderte Laumann zurück.

Laumann hatte bei einer Diskussion der Techniker Krankenkasse seine Forderung nach gesteigerten Impfquoten mit der Aufforderung an Ärzte verbunden, auch an Samstagen zu impfen. Der Minister habe seine Aussage, Ärzte sollten "samstags impfen statt golfen" damit ergänzt, dass Ärzte am Wochenende pro Impfung ja 36 Euro erhalten.

Gesundheitsminister Laumann auf der Medica

WDR 5 Westblick - aktuell 16.11.2021 02:56 Min. Verfügbar bis 16.11.2022 WDR 5


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Laumann ließ nach heftiger Kritik am Mittwoch von seinem Ministerium mitteilen: "Im Zusammenhang mit der Frage, wie wir die Auffrischungsimpfungen noch weiter vorantreiben können, habe ich einen Vergleich gezogen, der zu Irritationen geführt hat. Das bedauere ich sehr und dafür entschuldige ich mich. Es war kein kluger Vergleich." Die Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisteten tagtäglich Großartiges.

Kritik von Ärzten und von Lauterbach

In den sozialen Medien gab es viel Unmut über Laumanns Spruch. Sogar Rücktrittsforderungen kamen von einzelnen Usern - und auch zahlreiche Hinweise auf die schleppende Booster-Impfkampagne. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erinnerte in einem Tweet zum Beispiel an die verfrühte Schließung der Impfzentren:

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Laumann sei weit über Ziel hinaus geschossen, erklärte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Dirk Spelmeyer, in Dortmund. Angesichts des hohen Engagements vieler Praxen bei den Corona-Impfungen und der Herausforderung der gesamten ambulanten Versorgung bei steigenden Inzidenzen sei die Äußerung des Ministers unverständlich. Auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Frank Bergmann, zeigte verärgert. Die Praxisteams leisteten seit Monaten Akkordarbeit.

Stand: 17.11.2021, 15:12