Laschet kommt nicht zur Ruhrtriennale

Laschet kommt nicht zur Ruhrtriennale

  • NRW-Ministerpräsident Laschet sagt Teilnahme an Ruhrtriennale ab
  • Antisemitismus-Debatte hatte für Ärger gesorgt
  • Carp will Fragen auf Podiumsdiskussion beantworten

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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zieht Konsequenzen aus der Antisemitismus-Debatte rund um die Ruhrtriennale. Der CDU-Politiker hat seine Teilnahme an dem diesjährigen Kulturfestival abgesagt, wie ein Regierungssprecher am Dienstag (07.08.2018) dem WDR sagte und damit entsprechende Medienberichte bestätigte.

Grund ist der Streit um die Haltung der neuen Intendantin Stefanie Carp zu Israel. Laschet hatte sich am inzwischen abgesagten Auftritt der Pop-Band "Young Fathers" entzündet, die für einen Boykott Israels eintritt.

Carp äußerte sich am Dienstagabend gegenüber dem WDR wie folgt: "Ich hätte mich sehr gefreut, wenn Armin Laschet die Ruhrtriennale besucht hätte". Alle weiteren Fragen will sie auf einer Podiumsdiskussion am Samstag (18.08.2018) kommender Woche beantworten.

Politiker will Zeichen setzen

Laschet wolle mit seiner Entscheidung ein Zeichen in der entflammten Antisemitismus-Debatte um die Ruhrtriennale setzen, sagte der Regierungssprecher. Der Ministerpräsident mache sich die Haltung des Bundestages zu eigen, der die Aktionen der Boykott Organisation BDS gegen Israel grundsätzlich ablehne.

Laschet vermisse ein entschlossenes Gegenhalten der Intendantin gegen BDS. Die Berufung der umstrittenen Band "Young Fathers" hatte auch im Kulturausschuss des Landtags zu Diskussionen geführt. Ebenso wie eine geplante Podiumsdiskussion zum Thema, an der jüdische Vertreter wegen des Schabbat nicht teilnehmen können.

Laschet meidet Ruhrtriennale

WDR 3 Resonanzen | 07.08.2018 | 07:43 Min.

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Stand: 08.08.2018, 18:22

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • Jean-Baptiste 10.08.2018, 11:59 Uhr

    Es gibt also ABC Schützen die glauben scharf schiessen zu müssen und wollen die Politik der einstweiligen israelischen Regierung, welche auf die weitere uneingeschränkte Unterstützung der USA zählen kann, nicht kritisch hinterfragen. Doch gibt es "Gott sei Dank" in Israel selbst sehr viele kritische Stimmen welche die angeheizte Spaltung in ihrem Land zwischen islamischen und jüdischen Familien nicht mehr tolerieren wollen und ebenso wenig ein Interesse daran haben dass der Konflikt zwischen Plästinensern und Israelis weiterhin eskaliert und dasselbe gilt von Seite palästinensischer Bürger. Es sollte nicht um Aufhetzung und Antisemitismus gehen, so ähnlich wie es sich bei der Flüchtlingskrise auch gestaltet sondern um das Hinterfragen von Regierungen und im Falle Israels, um die israelische Regierung, welche nicht mehr Zeitgemäss handelt und nicht im Sinne ihrer Bürger und ihres Staates und somit auf unverantwortliche Weise zu Konflikten beitragen und dazu dass Menschen sterben.

  • Xevi Guardia 10.08.2018, 10:36 Uhr

    Jeder der offen seine Meinung gegen Israel auspricht oder Kritik an Israel ausübt wird an den Pranger gestellt. Ich spreche Israel ebenfalls das Existensrecht als Staat ab. Es gibt für mich keinen vollziehbaren Grund, warum dieses Land gegründet wurde. Wenn dies bedeutet, dass ich ein Antisemit bin, na dann... ¡Prost, es lebe die Demokratie....!

  • Jean-Baptiste 09.08.2018, 14:58 Uhr

    Frau Carp hat sich ungeschickt angelegt! Na, das klingt doch schon viel besser als ihr eine antisemitische Haltung zu unterstellen! Warum auch gleich immer die Antisemitismuskeule mitschwingen lassen und zum Boykott aufrufen, anstatt den offenen Dialog zu suchen, zumal wo es sich hier doch an erster Stelle um Kunst handelt? Aus Angst? Hilflosigkeit? Unerfahrenheit? Sturheit? .....? Kultur und Politik geraten weitgehend in eine offene Konfrontation und im weiteren Gefecht des Dialogs um Ehrlichkeit, Vertrauen, Klartext, soziale Gerechtigkeit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Freiheit und Frieden, wird sich die Politik einer mittlerweile unvermeidbaren und für uns alle offenen Diskussion und nötigen Debatte nicht mehr entziehen können. Denn die Zukunft betrifft uns alle und wir alle sind dazu eingeladen an dieser Debatte um eine gerechtere und bessere Zukunft teilzunehmen und in diesem Sinne ist die Entscheidung von Herrn Laschet jetzt schon die falsche. Wir brauchen den fairen Diskurs!

    • ABC 09.08.2018, 20:55 Uhr

      Sie möchten dem BDS eine Bühne bieten? Warum? Um die Grenzen des Sagbaren ein bisschen zugunsten der Antisemiten zu verschieben? Sie sollten sich mit dem BDS beschäftigen. Und mir dann erklären, was Boykottaufrufe, Einschüchterung, Terror, Sachbeschädigung etc. mit Kunst zu tun haben und worüber man in diesem Zusammenhang diskutieren sollte. Ob es sich um gute Gewalt handelt und deshalb von Kritik und Konsequenzen unbehelligt bleiben muss? Herr Laschet reagiert ein wenig spät. Ein klareres und glaubwürdigeres Zeichen gegen Antisemitismus und gelebte Staatsräson wäre die fristlose Kündigung der BDS-Sympathisantin und klare rote Karte für die Podiumsdiskussion gewesen. Es bleibt eine Zumutung für Bürger und Einwohner von NRW, die ungefragt mit Ihren Steuergeldern Antisemitismus finanzieren.

  • Jean-Baptiste 09.08.2018, 14:30 Uhr

    Laschet unterhält enge Beziehungen zu Israel! Tja, das ist auch gut so aus einer Sicht aber aus einer anderen wiederum auch nicht, zumal wenn die guten Beziehungen, die Politik eines Premierministers Netanjahu fast ohne wenn und aber oder fast kritiklos unterstützen. Laschet gehört zu denen, welche immer versuchen die Fronten und scharfen politischen Kanten zu glätten. Dies scheint aber und sowohl auf lange Sicht, Politik im Inland und im Ausland und in diesem Fall die Politik gegenüber Israels an ihre vernünftige und tolerabelen und gerechten demokratischen Grenzen zu drängen und bei den Bürgern löst es Unverständnis aus und trägt dazu bei dass sich Konflikte durch zuviel Gerede und Schönmalerei verschärfen. Warum eskalieren denn eigentlich oder entstehen immer mehr Konflikte? Nun ganz einfach, weil zu viel diskutiert wird und von poltischer Seite nicht Klartext geredet wird und die Probleme nicht an der Wurzel gepackt und benannt werden. Wir sind dabei wertvolle Zeit zu verlieren!

  • ABC 08.08.2018, 19:36 Uhr

    Nur kritisiert der BDS Israel nicht, sondern möchte Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren. Außerdem wird Israel das Existenzrecht abgesprochen. Um ihr Ziel zu erreichen, rufen die meist linken BDS-Aktivisten im „Kauft nicht bei den Juden.“-Stil zum Boykott israelischer Waren, Sportler, Wissenschaftler, Künstler etc. auf. Zudem terrorisieren Sie andere Künstler, siehe z.B. Nick Cave, sowie Firmen und Veranstalter, siehe Berliner Pop-Kultur-Festival. Halten Sie, Moinsen, ein fliegendes, mit Davidstern und Dollarzeichen bemaltes Schwein, welches demonstrativ abgeschossen wird, ganz im Ernst für Israelkritik?

    • Nicky Arnstein 09.08.2018, 20:01 Uhr

      1. An welcher Stelle finden Sie in den Veröffentlichungen des BDS die "Verweigerung des Existenzrechtes Israels"? 2. Wenn Sie schreiben, der BDS kritisiere Israel nicht, unterstellen Sie dann einer Organisation, die sich für das Existenzrecht Palästinas und die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt, daß sie aus reiner Boshaftigkeit zu Boykottmaßnahmen aufruft? 3. Merkwürdig Ihr Hinweis auf "meist linke" BDS-Aktivisten in Verbindung mit dem albernen Verweis auf die Nazi-Parole "Kauft nicht bei Juden". Wollen Sie angesichts von sechs Millionen ermordeten Juden (und zwanzig Millionen ermordeten Russen, die ebenso Opfer waren, was "rechts" gern vergessen wird) durch einen rechten deutschen Terrorstaat suggerieren, Judenhass und Antisemitismus habe sein Habitat im linken Spektrum? Und: 4. Boykott, der schon Südafrika zur Einsicht brachte, sei mit Naziterror gleichsetzbar ? 5. Erkennen Sie das Existenzrecht des palästinensischen Volkes an, oder sind Menschenrechte für Sie teilbar?

  • Moinsen 08.08.2018, 18:29 Uhr

    Ach, habe ich ja vergessen. Kritik an Israel ist heutzutage ja immer Antisemitsch.....