Laschets Pilgerreise: Ich bin dann mal da

Armin Laschet (links) und Papst Franziskus im Vatikan

Laschets Pilgerreise: Ich bin dann mal da

Von Jochen Trum

Glaube ist eine höchstpersönliche Angelegenheit. Aber in der Politik kann er helfen. Der Glaube an göttlichen Beistand, vor allem aber der Glaube an sich selbst. Eine Reisenotiz.

Armin Laschet ist umtriebig, vor allem in diesem Jahr. Er war in Israel, hat den französischen Präsidenten Macron besucht, er war im griechischen Flüchtlingslager und besucht nun den Papst in Rom. Fast nebenbei trifft er auch noch die italienische Regierung. Mehr Außenpolitik kann ein Ministerpräsident kaum machen.

Um Nordrhein-Westfalen - und das ist jetzt Laschet-Jargon - "erfolgreich zu regieren", müsste er das alles nicht machen. Da reichen auch Besuche in Bochum oder Bad Münstereifel, Treffen mit Regierungspräsidenten oder Bischöfen.

Macron oder Franziskus statt Niederrhein oder Sauerland

Aber Armin Laschet, der schon so oft in seinem politischen Leben die zweite Chance genutzt hat, will es dieses Mal richtigmachen, von Anfang an. Er will an die Spitze der CDU und da helfen Macron und Franziskus sicherlich eher als Niederrhein oder Sauerland. Laschet hat schon immer gern über Außenpolitik gesprochen, beim Thema Europa kommt der ehemalige Abgeordnete des europäischen Parlaments regelmäßig richtig in Fahrt.

Katholisch, rheinisch, liberal, anschlussfähig Richtung Grüne, aber auch Richtung FDP. Politik aus dem christlichen Menschenbild heraus, klar in der Sache, aber stets abwägend. So sieht sich der Mann aus Aachen, so glaubt er, lasse sich die CDU nach Merkel erfolgreich führen und die Macht in Berlin verteidigen. Auch wenn er es so nicht sagen würde: Weiter so! ist die Devise mit der Laschet Partei und Land hinter sich bringen sich will.

Laschet bleibt der Glaube, dass es klappen kann

Es wird viel telefoniert derzeit in der CDU, Friedrich Merz und Norbert Röttgen versuchen ebenso ihre Chancen bei den Parteitagsdelegierten auszuloten wie Armin Laschet. Das Rennen ist für die einen durchaus noch offen, andere sehen Laschet bereits als Favoriten.

Kommentar: Laschet nur mittelgut

WDR 5 Politikum - Kommentar 29.09.2020 02:15 Min. Verfügbar bis 29.09.2021 WDR 5 Von Ursula Weidenfeld

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Die Romreise ist ein weiterer Baustein, mit dem Laschet seiner Partei sagen will: seht her, ich kann es, ich will es, mit mir fahrt ihr am besten. Doch ob das am Ende reicht, hängt auch davon ab, wie viel Potential die CDU-Delegierten in ihm sehen. Trauen sie ihm zu, die Kanzlerkandidatur durchzustehen, trauen sie ihm zu, eine Bundestagswahl zu gewinnen? Darauf wird es am Ende ankommen. Beliebtheitswerte in Umfragen können darauf einen Hinweis geben und da sieht es nicht allzu rosig aus für Armin Laschet.

Bleibt ihm also der Glaube, dass es klappen kann. Und der kann bekanntlich Berge versetzen.

Stand: 01.10.2020, 15:01

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