AKK-Nachfolge: Merz, Spahn, Laschet - drei Kandidaten aus NRW

Montage aus Archivbildern: Friedrich Merz, Jens Spahn, Armin Laschet

AKK-Nachfolge: Merz, Spahn, Laschet - drei Kandidaten aus NRW

Von Rainer Striewski

  • Mögliche Nachfolger von Kramp-Karrenbauer kommen aus NRW
  • Nachfolger wird wohl CDU-Chef und Kanzlerkandidat werden
  • Im Gespräch sind Armin Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am Montag (10.02.2020) überraschend bekanntgegeben, auf die Kanzlerkandidatur zu verzichten und auch den Parteivorsitz im Sommer abgeben zu wollen. Wer wird die CDU künftig führen - und damit wohl auch Kanzlerkandidat der Union? Dafür gibt es drei aussichtsreiche Kandidaten - und alle kommen aus NRW:

Armin Laschet, Ministerpräsident

Armin Laschet

Armin Laschet

Kann Armin Laschet Kanzler? "Diese Frage steht zurzeit nicht an", antwortete der NRW-Ministerpräsident in der Vergangenheit gern auf die oft gestellte Kanzler-Frage. Doch jetzt drängt die Frage. Und Laschet muss sich entscheiden. Klar ist: Am Chef des mitgliederstärksten Landesverbands führt kein Weg vorbei an die CDU-Spitze. Der Forsa-Meinungsforscher Manfred Güllner hält Laschet für den aussichtsreichsten Kanzlerkandidaten für die Union. Ihm sei am ehesten zuzutrauen, Wähler von den Grünen zurückzuholen und eine weitere Abwanderung zu verhindern.

NRW-Blick auf den AKK-Rückzug

WDR 5 Westblick - aktuell 10.02.2020 07:51 Min. Verfügbar bis 09.02.2021 WDR 5

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Laschet stehe für eine liberale Union - ähnlich wie Merkel und Kramp-Karrenbauer, meint Politikwissenschaftler Martin Florack im WDR-Interview. Aber: Mit einer Kandidatur würde Laschet auch Risiken eingehen. Er müsste dann viel Zeit in Berlin verbringen, wäre in NRW nur noch auf Abruf. Seiner sorgfältig gepflegten Rolle als engagierter Landesvater könnte das schaden. Ein Nachfolger als Ministerpräsident ist zudem nicht in Sicht.

Friedrich Merz, Rechtsanwalt

Hamburg: Der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, Friedrich Merz, spricht auf dem CDU-Bundesparteitag zu den Delegierten.

Friedrich Merz

Für Friedrich Merz geht es bei der Frage der Kanzlerkandidatur um alles. Dabei hatte er die politische Bühne eigentlich schon lange verlassen. Bis 2002 war der Sauerländer Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion. Dann drängte sich Angela Merkel an die Fraktionsspitze. Merz musste in die hintere Reihe abtreten. Seitdem gilt das Verhältnis der beiden als zerrüttet. 2009 zog sich Merz aus der aktiven Politik zurück. Als Angela Merkel 2018 den Parteivorsitz abgeben wollte, war Merz plötzlich wieder da. Er konnte sich aber im entscheidenden Moment nicht gegen seine Mitbewerberin Annegret Kramp-Karrenbauer durchsetzen.

Und auch als Kramp-Karrenbauer ein Jahr später genervt die Machtfrage stellte, wagte Merz sich nicht - wie von vielen erwartet - aus der Deckung. Mit seiner wirtschaftsliberalen und konservativen Haltung erfährt er viel Zuspruch an der CDU-Basis. Für den 64-jährigen Merz wäre die Kanzlerkandidatur nun ein später Triumph.

Jens Spahn, Gesundheitsminister

Jens Spahn, CDU, Bundesgesundheitsminister, bei der Pressekonferenz zum Stand der Beratungen über das geplante Verbot von Therapien gegen Homosexualität bzw. Konversionstherapien.

Jens Spahn

Bei Jens Spahn drängt sich derzeit die Frage auf, ob er überhaupt Zeit für eine Kanzlerkandidatur hätte. Kaum eine Woche vergeht, in der der umtriebige Gesundheitsminister nicht eine neue Gesetzesinitiative vorstellt. Schon lange werden Spahn Ambitionen auf das Kanzleramt nachgesagt. Zuletzt hatte er sich mit Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer um das Amt des CDU-Vorsitzenden beworben - und war abgeschlagen auf dem dritten Platz gelandet.

Ob er jetzt im erneuten Duell mit Merz und auch seinem mächtigen Landeschef Laschet bessere Chancen hätte? Selbst wenn nicht: Spahn hat noch Zeit. Mit 39 Jahren ist er aktuell der jüngste mögliche Kanzlerkandidat der Union.

Stand: 10.02.2020, 13:48