Erleichterung in NRW - und einige Fragen

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht im Landtag.

Erleichterung in NRW - und einige Fragen

Von Rainer Striewski

Die CDU-Entscheidung in der K-Frage ist bei den politischen Parteien in NRW mit Erleichterung aufgenommen worden. Neben Gratulationen gab es aber auch mahnende Worte für Armin Laschet.

"Dass die Union ihren auf offener Bühne ausgetragenen Machtkampf fürs Erste beendet hat, sorgt auch jenseits konservativer Parteigrenzen für Erleichterung", kommentierte Mona Neubaur, Vorsitzende der NRW-Grünen, die Entscheidung für Armin Laschet. Aber Laschet ist jetzt ja nicht nur Kanzlerkandidat, sondern auch noch Ministerpräsident des Landes NRW, was Neubaur zur nicht unberechtigten Frage führt: "Bleibt er bis zur Bundestagswahl im Amt?"

Jetzt wieder anderen Themen widmen

SPD-Landtagschef Thomas Kutschaty

SPD-Oppositionschef Kutschaty

Auch SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty gratulierte Armin Laschet, mahnte aber: "Laschet muss sich nun endlich der Bekämpfung der Pandemie widmen." Die Bevölkerung leide unter seinem "Nichthandeln in dieser Hochphase der Krise", so Kutschaty.

Kann Laschet nicht nur Kandidat, sondern auch Kanzler? FDP-Fraktionschef Christof Rasche verwies in dem Zusammenhang auf Laschets Integrationsfähigkeit: "Armin Laschet hat nach der Landtagswahl 2017 innerhalb kurzer Zeit eine Koalition geschmiedet, die seitdem erfolgreich und voller Vertrauen regiert und das mit nur einer Stimme Mehrheit", so Rasche.

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CDU will nun "ohne Groll" kämpfen

Ähnlich äußerte sich auch die CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag: "Armin Laschet hat Nervenstärke, Durchsetzungsstärke, Integrationsvermögen und Führungskraft bewiesen. Eigenschaften, die gefragt sind, um geschlossen zu einem Erfolg bei der Bundestagswahl zu kommen", betonte Bodo Löttgen, Chef der CDU-Fraktion. Jetzt gelte es, "ohne Groll und mit voller Kraft für den gemeinsamen Erfolg der Union bei dieser Bundestagswahl zu kämpfen."

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Ob die Parteispitze dabei auch auf die volle Unterstützung der Basis setzen kann, scheint zumindest fraglich. Einige CDU-Anhänger zeigten sich bereits sauer oder gar hämisch über die Entscheidung:

Zustimmung für Laschet gab's aber von der Jungen Union in NRW. "Die große Stärke von Armin Laschet ist sein Führungsstil", betonte der Landesvorsitzende Johannes Winkel. Dabei verwies er auf "viele kluge Köpfe", die für die CDU im Wahlkampf und in der Bundesregierung unverzichtbar wären. "Insbesondere würden wir uns über eine Einbindung von Friedrich Merz freuen."

"Schlechtes Ergebnis für Deutschland"

Freude herrschte offenbar auch bei der AfD-Fraktion im Landtag: "Für die AfD ist Armin Laschet der ideale Kandidat, aber für unser Land ist er der Falsche", ließ Fraktionschef Markus Wagner mitteilen. "Nicht einmal die Union bekennt sich ehrlich zu ihm. Armin Laschet steht für den weiteren Linkskurs der CDU", so Wagner. Er erwarte nun ein gutes Wahlergebnis für seine Partei - "aber leider schlechte Ergebnisse für Deutschland."

Stand: 20.04.2021, 14:48

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