Laschet hält an Olympia 2032 fest - auch ohne Mehrheit

Logo von Rhein Ruhr City 2032

Laschet hält an Olympia 2032 fest - auch ohne Mehrheit

Von Christoph Ullrich

Ministerpräsident Armin Laschet hält an Olympia 2032 fest - auch wenn längst ein anderer Bewerber einen uneinholbaren Vorsprung hat und die Mehrheit im Landtag weg ist.

Es war ein eher beiläufiger Satz des FDP-Abgeordneten Andreas Terhaag, der die Chancen auf Olympia 2032 auf den Punkt brachte: "Wir akzeptieren unsere Niederlage für 2032 mit Fairness", so der Freidemokrat im Landtag.

Zuvor hatten schon SPD, Grüne und AfD die Bewerbung für gescheitert erklärt und der Landesregierung Vorwürfe gemacht, sie habe gemeinsam mit der Privatinitiative "Rhein-Ruhr 2032" ihre Hausaufgaben nicht gemacht und das Internationale Olympische Komitee in seiner Intransparenz unterschätzt. Das hatte sich vor einer Woche überraschend auf den Kandidaten aus Australien festgelegt, wenn auch nur in einer Art Vorentscheid.

FDP spricht von "Niederlage" für 2032

Das einst breite Bündnis für die Spiele, in dem bis auf die AfD der Landtag geschlossen für die Idee von 2032 stimmte, ist Geschichte. Mehr noch: Mit FDP-Mann Terhaag wird deutlich, dass selbst in der schwarz-gelben Koalition die Zuversicht weg ist.

Laschet kämpft weiter

Nur einer wollte weiter kämpfen. "Wir schauen uns jetzt erst einmal den Dialog des IOC mit Brisbane an und machen weiter", sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Und das, obwohl er im Landtag schon keine Mehrheit mehr dafür hat.

Laschets Auftritt war jedoch mehr, als nur der Versuch, das Scheitern für 2032 rhetorisch zu retten. Längst geht es um eine Bewerbung für die darauffolgenden Spiele in 2036 - genau 100 Jahre nach den Nazi-Spielen von Berlin.

Thomas Kutschaty von der SPD sagte, er finde die Idee von Olympia an Rhein und Ruhr zwar "klasse", aber 2036 verbiete sich. Im Vorfeld würde man dann nur über Politik statt Sport reden. Redner von AfD und Grüne sprachen erst nicht von 2036, angesichts der Fehler die - aus ihrer Sicht - aktuell gemacht wurden. Josefine Paul, die Grüne-Fraktionschefin nannte "unerledigte Hausaufgaben" aller Beteiligten, AfD-Mann Andreas Keith nannte die aktuelle Bewerbung einen "sportpolitischen Scherbenhaufen".

Ministerpräsident sieht Chancen für Spiele 2036

Ministerpräsident Laschet kritisierte diese für ihn destruktive Haltung. Er sagte, 2036 biete eine Chance. "Gerade einhundert Jahre nach den Berliner Spielen, wäre es doch ein Signal, in die multikulturellste Region von ganz Europa zu gehen, wo Menschen anders zusammen leben, wo Nachhaltigkeit gelebt wird", so Laschet.

Für dieses Argument bekam er dann wieder die volle Unterstützung aus den Reihen der Regierungsfraktionen von CDU und FDP. Allerdings sind die Kritiker dieser Idee nicht nur in der Opposition zu finden.

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer und der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes sind nicht gerade begeistert von Olympia 2036 in Deutschland. Die beiden CSU-Mitglieder hatten sich zuletzt deutlich geäußert, dass sie von dieser Idee - aus historischen Gründen - nichts halten.

Die olympischen Regenspiele an Rhein und Ruhr

WDR RheinBlick 25.02.2021 27:51 Min. Verfügbar bis 25.02.2022 WDR Online


Download

Stand: 03.03.2021, 11:34

Weitere Themen