NRW-Regierungschef Laschet stützt Merkel im Asylstreit

NRW-Regierungschef Laschet stützt Merkel im Asylstreit

  • NRW-Ministerpräsident mahnt europäische Lösung an
  • Rückendeckung für Haltung der Bundeskanzlerin im Asylstreit
  • NRW-Flüchtlingsminister Stamp gegen deutschen Alleingang

Im Asylstreit innerhalb der Union stützt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Bundeskanzlerin. "Wenn man die, die in einem anderen EU-Land bereits Verfahren haben, demnächst zurückweisen will, dann muss man das mit den Ländern besprechen", sagte Laschet im WDR-Fernsehen am Donnerstag (14.06.2018). Das wolle Merkel auf dem Gipfel tun.

Der CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet sitzt am 16.05.2017 in Düsseldorf  in der Landespressekonferenz.

Laschet sieht die Gefahr einer erneuten unkontrollierten Zuwanderung

Wenn aber alles so unkoordiniert und schnell gehe und bereits Registrierte an der Grenze in andere Länder zurückgewiesen werden, "dann fürchte ich, wird in Italien keiner mehr registrieren, man wird die Leute wieder durchwinken und wir haben am Ende das gleiche Chaos wie vor zwei, drei Jahren".

Krisengespräch im Kanzleramt

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will bereits in anderen EU-Staaten registrierte Flüchtlinge an der deutschen Grenze abweisen, Merkel lehnt dies ab. Beide hatten sich am Mittwochabend im Kanzleramt zu einem Krisengespräch getroffen.

Stamp gegen Alleingänge

NRW-Flüchtlingsminister Joachim Stamp (FDP) ist ebenfalls gegen einen deutschen Alleingang. Auch Nordrhein-Westfalen sei durch die Grenzen zu den Benelux-Staaten betroffen. "Deshalb haben wir ein Interesse daran, dass das alles, was wir machen, sorgsam vorher mit den europäischen Nachbarn besprochen wird", sagte Stamp im WDR5-Morgenecho.

"Brauchen konsistentes Einwanderungsgesetzbuch"

WDR 5 Morgenecho - Interview | 14.06.2018 | 07:18 Min.

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Es müssten aber auch die anderen von Seehofer erarbeiteten Vorschläge des "Masterplans Migration" diskutiert werden. "Denn es kann ja nicht sein, wenn ein Punkt von 63 zwischen der Kanzlerin und Herrn Seehofer nicht zu einigen sind, wir bei den anderen 62 jetzt wieder wochenlang warten. Das geht nicht. Die Bevölkerung erwartet, dass wir zügig den Komplex Flucht und Einwanderung neu ordnen." In diesem Zusammenhang erneuerte Stamp seine Forderung nach einem nationalen Migrationsgipfel.

Stand: 14.06.2018, 20:55