Neue Jobs für 13.000 Langzeitarbeitslose

Arbeitslose stehen Schlange bei der Bundesagentur für Arbeit

Neue Jobs für 13.000 Langzeitarbeitslose

  • Staat fördert Einstellung von Langzeitarbeitslosen
  • 13.000 Menschen profitierten im ersten Jahr von neuem Gesetz
  • Landesarbeitsminister Laumann zieht positive Bilanz

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zeigte sich zufrieden: "Nach einem Jahr profitieren bereits fast 13.000 Menschen in NRW von den Fördermöglichkeiten für Langzeitarbeitslose", bilanzierte der Arbeitsminister am Montag (20.01.2020).

Zusammen mit dem NRW-Arbeitsagentur-Chef Torsten Withake und NRW-Städtetagsvorstand Andreas Mucke zog Laumann bei einem gemeinsamen Treffen eine erste Jahresbilanz des so genannten Teilhabechancengesetzes. Dieses soll seit Januar 2019 Langzeitarbeitslosen dabei helfen, wieder zurück in den Job zu finden.

Förderung über fünf volle Jahre

Dabei unterscheidet sich das von der Großen Koalition in Berlin verabschiedete Gesetz grundsätzlich von den zahlreichen früheren Anläufen mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen: Gefördert werden kann jetzt nicht nur zusätzliche Arbeit und Dienstleistung, sondern die gesamte Palette des allgemeinen Marktes. Die Förderung dauert zudem fünf volle Jahre. In den ersten beiden Jahren werden die Lohnkosten voll übernommen, dann sinkt der Zuschuss jedes Jahr um zehn Prozentpunkte. Hinzu kommt ein intensives Coaching der Beschäftigten und auf Wunsch auch eine Beratung ihrer Chefs.

Kritik an neuer Förderung für Langzeitarbeitslose

WDR 5 Morgenecho - Interview 20.01.2020 06:37 Min. Verfügbar bis 19.01.2021 WDR 5

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1.000 Teilnehmer im ersten Jahr abgesprungen

All das soll die Chancen vergrößern, dass die Langzeitarbeitslosen nicht vorzeitig abspringen und nach den fünf Jahren in den regulären Arbeitsmarkt übernommen werden. "Das ist ein großer Durchbruch, dafür haben wir viele Jahre gekämpft", erklärte Laumann. In NRW sind mehr als 200.000 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.

Teilnehmen können an den Programm Arbeitslose, die in sieben Jahren mindestens sechs Jahre Hartz-IV-Leistungen bezogen haben. Fast 13.000 Menschen haben so im vergangenen Jahr einen geförderten Job gefunden. Knapp 12.000 von ihnen hielten auch im ersten Jahr durch. Die Abbruchquote liege damit unter zehn Prozent, betonte Laumann.

SPD: "sozialdemokratischer Meilenstein"

Der SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann warf Laumann vor, sich bei der Bilanz des Gesetzes mit fremden Federn zu schmücken. Der Soziale Arbeitsmarkt sei ein sozialdemokratischer Meilenstein. "Dafür hat die SPD sehr lange gekämpft, vor allem gegen den Widerstand von CDU, CSU und auch von Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann."

Stand: 20.01.2020, 17:24

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