Schulöffnung bisher nur "denkbarer Plan"

Schulöffnung bisher nur "denkbarer Plan"

  • NRW-Grundschulen sollen für alle ab 11. Mai öffnen
  • Entscheidung am 6. Mai steht erst noch aus
  • Notbetreuung geht weiter

Was zunächst wie ein fester Beschluss klang, ist jetzt erstmal nur ein "denkbarer Plan" aus dem Schulministerium: Ab 11. Mai sollen demnach alle Grundschüler wieder zurück in die Schule können - zumindest tageweise. Die Viertklässler sollen demnach schon ab 7. Mai wieder Unterricht bekommen.

Für alle anderen Grundschulkinder beginne der Unterricht dann vier Tage später in einem "rollierenden" System: Abwechselnd kommen einzelne Klassenstufen an bestimmten Tagen in die Schule. An allen anderen Tagen bleiben die Kinder zuhause und sollen dort lernen. Damit soll sichergestellt werden, dass sich in den Klassenräumen jeweils nur kleinere Gruppen aufhalten, um die Infektionsgefahr zu verringern.

Keine festen Beschlüsse

Zunächst hatte es Verwirrung gegeben bei Lehrern und Eltern, weil sich die erste Version der Schulmail vom 30.April so las, als seien alle Regelungen bereits fest beschlossen. Das sei aber alles zunächst nur ein "denkbaren Plan, sofern ein solcher Öffnungsbeschluss von Bund und Ländern am 6. Mai 2020 getroffen wird", betonte das Schulministerium später noch einmal.

Damit Eltern etwas längerfristig planen können, sollen die Schulen aber jetzt schon einen Unterrichtsplan für die Zeit bis zu den Sommerferien erstellen, aus dem hervorgeht, an welchem Tag jedes Kind nach dem rollierenden System in die Schule muss. Alle Schüler der vier Jahrgangsstufen sollen am Ende gleich viel Zugang zur Schule bekommen.

Zu den anderen Schulformen führe das Ministerium derzeit Gespräche mit Schulen, Schulleitungen und Schulträgern über die weitere schrittweise Rückkehr der Schüler.

Landtag passt Schulrecht an

Weitere Eckpunkte zum künftigen Umgang mit Schulunterricht in Corona-Zeiten hatte der Landtag zuvor mit dem "Gesetz zur Sicherung von Schul- und Bildungslaufbahnen im Jahr 2020" verabschiedet. Ziel sollte sein, dass alle Beteiligten im laufenden Schuljahr keine gravierenden Nachteile durch die Corona-Krise erleiden.

So wird es am Ende dieses Schuljahres kein Sitzenbleiben geben. Alle Schüler sollen grundsätzlich in die nächst höhere Klasse versetzt werden - soweit sie dadurch nicht einen Schulabschluss bekämen.

Auf zentrale Abschlussprüfungen mit landesweit einheitlichen Aufgaben nach der 10. Klasse ("ZP 10") der Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen wird in diesem Jahr verzichtet. Stattdessen sollen die Lehrkräfte der Schulen eine Klassenarbeit schreiben lassen, die stärker auf den tatsächlich erteilten Unterricht Bezug nimmt.

Kein Abitur mit Durchschnittsnoten

Ein Antrag der Grünen, wenigstens für den Notfall auch ein Abitur ohne Abschlussprüfungen auf Grundlage der Durchschnittsnoten im Gesetz zu verankern, wurde abgelehnt. Ein solcher NRW-Sonderweg sei unverantwortlich, weil er die bundesweite Anerkennung gefährde, sagte Schulministerin Gebauer (FDP).

Kitas bald wieder im Regelbetrieb

Auch die ganz Kleinen sollen bald wieder regelmäßig ihre Kita besuchen können, erklärte Familienminister Joachim Stamp (FDP). Die Landesregierung sei gerade dabei, einen neuen Regelbetrieb zu organisieren. Noch vor den Sommerferien sollten alle Kinder wieder in frühkindliche Angebote eingebunden werden.

Warum noch keine festen Beschlüsse?

Mit Blick auf die entstandenen Verwirrung schreibt das Schulministerium in der Schulmail, man sei sich bewusst, dass die Schulen sich frühere Informationen und Orientierung gewünscht hätten. Aber auch im Ministerium wisse man "erst seit dieser Woche", dass sich feste Beschlüsse erst am 6. Mai, "in Kenntnis belastbarer Zahlen zur Entwicklung des Infektionsgeschehens volle zwei Wochen nach den ersten Öffnungen", ergeben sollen.

Unterdessen haben zwei Viertklässler aus NRW gegen die geplante Rückkehr an die Grundschule ab
frühestens 7. Mai Klage beim Oberverwaltungsgericht Münster eingereicht. Wenn aktuell nur ihre Jahrgangsstufe zurück in die Schulen geholt werde, sei das eine Ungleichbehandlung, so ihr Argument. Mit einer Entscheidung sei nicht in dieser Woche zu rechnen, sagte eine Gerichtssprecherin.

NRW Kritik an geplanten Schulöffnungen

WDR Studios NRW 16.04.2020 00:21 Min. Verfügbar bis 16.04.2021 WDR Online


Stand: 01.05.2020, 09:58

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