NRW nimmt Corona-Intensivpatienten aus Bayern auf

Patientenumverlegung durch die Bundeswehr

NRW nimmt Corona-Intensivpatienten aus Bayern auf

Sechs Corona-Intensivpatienten aus Bayern sind mit einer Maschine der Luftwaffe am Flughafen Münster/Osnabrück gelandet. Der Landtag hat dies im Eilverfahren ermöglicht.

Um dies leisten zu können, sollen die Krankenhäuser aufschiebbare Operationen streichen. Der Landtag in Düsseldorf beschloss am Freitag im Eilverfahren einstimmig eine Neufassung des Infektionsschutz- und Befugnisgesetzes sowie eine Verordnung, die NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nun erlassen kann. Neben der "Verschiebung elektiver Eingriffe" soll damit unter anderem auch "die Schaffung zusätzlicher Behandlungskapazitäten" ermöglicht werden.

Luftwaffe hält zwei Maschinen für Hilfseinsatz bereit

Die Schwerkranken, die ins Münsterland ausgeflogen wurden, kommen aus Memmingen in Bayern und werden jetzt in Nordrhein-Westfalen auf verschiedene Kliniken verteilt. Die Bundeswehr hat erstmals dabei geholfen, Krankenhäuser in Regionen mit besonders vielen Corona-Patienten zu entlasten.

Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Es handelt sich um den Airbus A310 MedEvac, eine "fliegende Intensivstation" mit sechs Behandlungsplätzen, sowie eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH. In dieses waren zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden.

Fraktionsübergreifende Zustimmung

Angesichts der ernsten Lage gebe es nur einen Weg - "den Weg der Hilfe" und der Solidarität zwischen Menschen, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty. "Wir können helfen und wir wollen helfen", sagte der FDP-Abgeordnete Henning Höne. Mehrdad Mostofizadeh (Grüne) unterstützte ebenfalls das Hilfsangebot und forderte alle ungeimpften Menschen dazu auf, sich impfen zu lassen. Das Gesetz sei unstrittig, so Martin Vincentz (AfD), nötig sei aber eine Evaluierung der Folgen. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bedankte sich bei den Fraktionen.

Im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Systems sollen Covid-19-Patienten bundesweit verteilt werden können, wenn in einzelnen Regionen der Kollaps von Krankenhäusern droht. In NRW werden nach Landeszahlen vom Freitag 2.595 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, 334 davon auf Intensivstationen mit Beatmung. 362 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit für sehr schwere Fälle sind in NRW aktuell noch frei.

Stand: 26.11.2021, 19:10