Landtag beriet über gefährliche Hochzeitskorsos

Ein Hochzeitswagen unterwegs

Landtag beriet über gefährliche Hochzeitskorsos

Von Sabine Tenta

  • Experten-Anhörung zu Hochzeitskorsos im NRW-Landtag
  • AfD fordert Handlungskonzept der Regierung
  • Polizeigewerkschaften finden bisherige Maßnahmen ausreichend

Sind Hochzeitskorsos auf der Autobahn wirklich ein türkisches Phänomen? Was tut die NRW-Polizei dagegen? Der Landtag informierte sich am Donnerstag (12.09.2019) in einer Expertenanhörung über das Thema. Die AfD hatte die Anhörung beantragt.

Auslöser der Debatte war im März 2019 eine Blockade der A3 bei Ratingen durch Luxusautos. Die AfD fordert die Landesregierung auf, "ein tragfähiges Handlungskonzept gegen Chaoshochzeiten" vorzulegen. Nach Auffassung der Experten hat das Innenministerium aber genau das bereits getan.

Lagebild Hochzeitsfeiern

Seit April 2019 wird ein regelmäßiges Lagebild erstellt, das Delikte und Straftaten rund um Hochzeitsfeiern statistisch erfasst. Demnach wurden bis Mitte August insgesamt 266 Sachverhalte erfasst. Darunter 109 Autokorsos, 71 Verkehrsbehinderungen, 60 Verkehrsdelikte, 29 erwiesene Schussabgaben, 36 Ruhestörungen und 6 Fälle von Vollsperrungen beziehungsweise Stauprovokationen.

Darüber hinaus hat das Ministerium einen Aktionsplan und einen Infoflyer für Feiernde erstellt. Letzterer informiert über Verbote und mögliche Konsequenzen. Dazu gehören unter anderem Freiheitsstrafen, die Beschlagnahmung von Fahrzeugen und der Entzug des Führerscheins. Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei und der Deutschen Polizeigewerkschaft sind diese Maßnahmen "absolut ausreichend", um dem Phänomen "effizient entgegentreten zu können".

"Einzelfälle migrantischer Minderheiten"

Der Kriminalwissenschaftler Daniel Zerbin kann aufgrund der aktuellen Datenlage nicht feststellen, ob es sich um "eine Vorhut eines türkisch-moslemischen Territorialanspruches in Deutschland" handelt. Denkbar sei auch, dass es sich um "eine konstruierte Wirklichkeit" handelt, in der Einzelfälle ausufernder Autokorsos migrantischer Minderheiten "per se als Bedrohung empfunden" werden.

Für Letzteres spricht ein Umstand, auf den Thomas Jungbluth vom LKA NRW verweist: Eskalierende Hochzeitsfeiern seien "auch in Teilen der türkischen Gesellschaft umstritten" und polizeiliches Einschreiten dagegen dort "als unabweisbar akzeptiert".

Zahlreiche Nationalitäten sind betroffen

LKA-Mann Jungbluth verweist auf die Nationalitäten der 11 Tatverdächtigen, die nach der Hochzeitsfeier auf der A3 bei Ratingen ermittelt wurden. Nur einer besitze die türkische Staatsangehörigkeit. Die übrigen seien Deutsche, Deutsch-Marokkaner, Deutsch-Polen oder Tunesier.

Zu den jüngsten Vorfällen gehört übrigens auch der Hochzeitskonvoi anlässlich der Trauung des Präsidenten einer Rockergruppe mit erheblichen Verkehrsstörungen. Der Bräutigam ist Deutscher.

Hochzeitsgesellschaft sorgt für Stau auf A3

00:44 Min. Verfügbar bis 25.03.2024

Gewagte Automanöver als neuer "Hochzeitstrend"? 02:38 Min. Verfügbar bis 03.04.2020 Von Matthias Wagner

Stand: 12.09.2019, 14:00

Kommentare zum Thema

15 Kommentare

  • 15 Uwe von Zabiensky 13.09.2019, 12:10 Uhr

    Hier muss mit aller Härte des Gesetzes durchgegriffen werden. Fahrverbot, Führerscheinentzug und einziehen der Kraftfahrzeuge dürfte ausreichen. Es muss aber auch umgesetzt werden. Die Wirtschaftlichen Nachteile der dann im Staubefindlichen Fahrzeuge inkl. Kraftfahrzeuge sollte auf die Verursacher umgelegt werden können. Türken und Marokaner mit deutschem Ausweis sind nach wie vor Türken und Marokaner. Deutsche Hochzeitsgesellschaften verursachen so etwas nicht.

  • 14 Eifelkurier 12.09.2019, 18:47 Uhr

    Kurz und knapp, das ist nicht unsere Kultur und gefährlich obendrein, jeder Korso dieser Art muss hart bestraft werden!!!

  • 13 Bea 12.09.2019, 17:11 Uhr

    Lustig,ha,ha,ha...ich lache mich tot...die Anderen Korsotäter sind Deutsche...Deutsch-Marokkaner...Deutsch-Tunesier...Deutsch-Türken...was geht bloß bei den Medien vor...wenn es sich um irgendwelche Leute mit Migrationshintergründen handelt,dann ist alles richtig und toll und sooooo schön bunt,wenn es aber Biodeutsche sind,dann Müllmann die sofort hart bestrafen,wenn die sich nicht an Recht und Gesetz halten,komische Rechtsauffassung,wirklich komisch

  • 12 Peter 12.09.2019, 16:21 Uhr

    Mir ist egal, welche Nationalität solche Leute haben. Juristisch handelt es sich um Nötigung, also um mutwillige Behinderung von Mitmenschen. Ich wünsche mir, dass eine harte Bestrafung aller Beteiligten durchgesetzt wird und dauerhaft auf eine Einbürgerung und Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung verzichtet wird. Wir fragen doch immer : wie soll man entscheiden, wer bleiben kann? Leute, die anderen mutwillig Schaden zufügen, wollen wir nicht. Ich spaziere ja auch nicht in Badehose und Wanderstiefeln durch eine Moschee in Marokko.

  • 11 Kurt 12.09.2019, 16:08 Uhr

    Wenn man hier von einigen Leuten hört, dass wir Deutschen neidisch sind und mit Ausländerfeindlichkeit bezüglich des Themas kokettiert werden, dann platzt mir die Hutschnur. Was würde passieren, wenn ich als Deutscher solche Aktionen in den Ländern durchführe die hier genannt werden? Knast wäre die geringste Strafe, oder? Wäre es dann in diesen Ländern für die Justiz nachvollziehbar wenn ich mich auf Neid und Ausländerfeindlichkeit berufen könnte? Ganz bestimmt nicht. Also was soll der Quatsch. In ihren verwurzelten Heimatländern würden diese Personen es sich nicht trauen, so aufzutreten, weil ihnen die Konsequenzen bewusst sind, die sie hier nicht befürchten müssen.

  • 10 Mini 12.09.2019, 15:28 Uhr

    Warum werden nicht sofort die Autos und Führerscheine eingezogen? Solche Leute gehören nicht in den Verkehr.

  • 9 Atze 12.09.2019, 14:56 Uhr

    Vor mehr als 30 Jahren habe auch ich geheiratet. Da hatte man manchmal eine Reihe von leeren Konservenbüchsen an den Auspuff des Brautleuteautos gebunden, dass es nur so schepperte. Jetzt, 30 Jahre später bringen andere Kulturen die Ballerei mit Waffen in unser Land. Frieden schaffen ohne Waffen, dafür sind wir mal auf die Straße gegangen und wenn ich heute so eine Hochzeitsballerei sehe, kommt ein Wut in mir auf. Habt ihr sie denn noch alle, wie soll Frieden kommen, wenn eine Ehe mit Waffen eingeballert wird. Mit diesem Unfug gehört umgehend Schluss gemacht. Das gehört nicht zu unserer Gesellschaft und stellt ein unerwünschtes Verhalten dar. Ich erwarte von den Politikern ein schnelles Handeln und Kanalisierung der üblen Auswüchse, was kommt demnächst noch, was wir so akzeptieren sollen. Eine schleichende Veränderung der hier üblichen Sitten und Gebräuche sehe ich , wenn der Ballerei kein Einhalt geboten wird.

  • 8 Rafael 12.09.2019, 14:49 Uhr

    Die Deutschen sind, warum auch immer, nur neidisch! Selbst keine Familie haben, Single-Leben, hinter der Gardine rausgucken und auf die "bösen Ausländer" mit dem Finger zeigen. Das können die sehr gut. Mehr nicht. Ich heirate so wie ich es will! Mit 1.000 Mann und 60 Autos. Wer hat was dagegen?!

    Antworten (4)
    • Atze 12.09.2019, 15:04 Uhr

      @ Rafael, da hat doch niemand etwas dagegen, wenn sie nach ihren Vorstellungen heiraten möchten. Nur gehören Waffen, offen präsentiert und benutzt auf keinen Fall zu einer Hochzeit in Deutschland. Von " bösen Ausländern " zu schreiben, halte ich für arg daneben. Ich war jetzt auf einer Hochzeit von Portugiesen, sehr schön, sehr laut und voller Lebensfreude. Da musste nicht einer zur Waffe greifen und herumballern. Nächste Woche werde ich bei Freunden aus Griechenland zu Gast sein, auch dort zückt keiner eine Waffe. Wer hier den Macho spielen will, der befindet sich auf einem falschen Weg. Die Ballerei erinnert an Krieg und Gewalt und das möchten viele Menschen nicht haben. Die Gesetze dieses Landes geben es nicht her, dass ein jeder bei einer im passenden Gelegenheit mit Waffen hantiert und wild herumsballert. Ich wünsche ihnen eine tolle Hochzeit mit vielen Gästen, Spaß dabei und mehr als 60 Autos.

    • Bernd 12.09.2019, 15:13 Uhr

      Hallo Rafael, niemand hat etwas dagegen, solange die Persönlichkeitsrechte anderer Verkehrsteilnehmer oder Ihrer Mitbürger dadurch nicht eingeschränkt werden ;-) Ansonsten: ICH

    • Mini 12.09.2019, 15:37 Uhr

      Rafael, man kann auch ohne Waffen und andere Leute im Verkehr zu behindern,feiern. Da braucht es kein Machogehabe von lauter Leuten,speziell Männern mit Komplexen.

    • Marcus 12.09.2019, 16:18 Uhr

      Sie können heiraten wie Sie wollen @Rafael. Wenn Sie aber andere Verkehrsteilnehmer gefährden und zudem auch noch mit Schusswaffen offen herumhantieren und durch die Gegend ballern, müssen Sie sich vor Konsequenzen nicht dann nicht wundern. Wer andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, wie auch immer und zudem auch noch mit Waffen hantiert, dem sollte sofort der Führerschein entzogen werden für mindestens 1 Jahr, Fahrzeug unwiderbringlich beschlagnahmt und ein Strafverfahren eingeleitet werden.

  • 7 Harald B. 12.09.2019, 13:46 Uhr

    Wer sich so verhält, bei dem muss durchgegriffen werden. Egel, um welche Nationalität es sich handelt. Die möglichen Maßnahmen müssen nur konsequent umgesetzt werden im Sinne einer 0 Toleranz Politik. Gerade auch Maßnahmen wie ein Fahrverbot, ein Entzug des Führerscheins und die Beschagnahme es Fahrzeugs haben bestimmt eine heilsame therapeutische Wirkung.

    Antworten (1)
    • Ursula R. 13.09.2019, 08:02 Uhr

      Das sehe ich ganz genau so. Danke.

  • 6 Kopfschüttler 12.09.2019, 13:44 Uhr

    Blind und taub muss man sein, wenn man nicht erkennen will, dass wir uns auf dem besten Weg in eine Anarchie befinden. Ein Zusammenleben ohne Gesetze funktioniert einfach nicht, es wird durch diese geregelt. Aber immer mehr Menschen loten einfach aus, wie weit man gehen kann, bis die Politik reagiert und bestehende Gesetze auch durchsetzen will. Das wird immer weniger der Fall und immer mehr wird auf Befindlichkeiten einzelner Gruppen Rücksicht genommen. Die einen versuchen kulturelle Geflogenheiten durchzusetzen, die anderen wollen den Rechtsstaat abschaffen (vor allem die Polizei) und noch andere üben zivilen Ungehorsam und meinen der Zweck heiligt die Mittel. Nein die Nationalität spielt dabei keine Rolle, sondern eher die Gesinnung und wenn man da genauer hinschaut, dann kann man verschiedene Rechtsverstöße doch sehr genau bestimmten Gruppen zuordnen.

  • 5 Arno Nym 12.09.2019, 12:56 Uhr

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  • 4 Nachgedacht 12.09.2019, 12:44 Uhr

    Der Flyer der Polizei ist das beste (Armuts)Zeugnis über die (Sicherheits)Politik von rot-grün und Merkel-Union: Es haben sich schon derart krasse Parallelgesellschaften gebildet, dass an absolute Selbstverständlichkeiten im Wege eines Flyers erinnert werden muss: Halten Sie sich an Verkehrsregeln! Führen Sie keine Waffen mit! Da kann jeder Normalbürger nur noch den Kopf schütteln! Ohne die AfD würde das alles von den Altparteien und den Medien weiter schön unter dem Teppich gekehrt. Wie heißt es letzte Woche so schön in einer Diskussion auf DL-Funk oder DL-Kultur zur Umweltpolitik: 90% der Redaktionen stehen ganz klar zu der Partei Die Grünen/Bündnis 90.....

    Antworten (4)
    • Hajo 12.09.2019, 12:51 Uhr

      Und wenn man sich diese 90 % vor Augen führt weiß man bereits was einen in der Berichterstattung der mainstreammedien erwartet. Da mutet es auch kaum überraschend an das genannte der Kriminalwissenschaftler Daniel Zerbin von einer "konstruierten Wirklichkeit"redet. So berichten Mainstreammedien und bilden Stimmungsmache. Eine Demokratie ist nur so stark wie der Überlebenswille und die Weltklugheit seiner Bürger. Mir tut die Polizei, die solche hilflosen Flyer herausbringen muss, vor allem leid. Es ist ein Problem, wenn die Polizei in uns Mitleid weckt.

    • Mini 12.09.2019, 15:43 Uhr

      Was bitte hat die AFD damit zu tun? Die paar Prozent, die zu dieser Partei halten, kann man meistens vergessen. Man muss nur sehen, wo die herkommen.

    • Korsogegner 12.09.2019, 17:10 Uhr

      Nachgedacht ... haben Sie vielleicht, aber viel ist nicht dabei herausgekommen. Wenn es oben heisst, das von den Verdächtigen bei dem A3-Korso 10 Deutsche und nur 1 Türke war, dass bei einem anderen Korso der Bräutigam deutscher Rocker war, ist das so klar, dass man es nicht missverstehen kann, es sei denn, man will es! Wenn Sie eine „Diskussion zur Umweltpolitik“ ins Feld führen, suggerieren Sie etwas, was Sie nicht belegen und was falsch ist. Die AfD hat bisher nichts aufgedeckt und wird das auch nicht tun, es sei denn, das brächte sie ihrem Ziel näher: die Abschaffung der Demokratie in Deutschland. PS. Ich habe für Hochzeitskorsi nichts übrig.

    • Nachgedacht II 13.09.2019, 11:42 Uhr

      @Korsogegner: Ja, das waren alles Deutsche....Deutsch-xxxxx, Deutsch-yyyyy etc. Und es ist köstlich, dass der WDR und Sie es nicht bemerken: Als "Entschuldigung" wird die Hochzeit eines (deutschen) Rockers angeführt....LOL....also die sind ja auch dafür bekannt, das man sie rechtstreue Otto-Normalbürger bezeichnen kann. Die Diskussion bei Deutschland-Funk oder Deutschland-Radio hätte ich gerne verlinkt, finde sie aber nicht - aber es war schon bezeichnend, dass ein Diskutant (selber Journalist) der Ansicht war, dass 90% der Redaktionen in Deutschland fest zu Bündnis 90/Grüne stehen (im Zusammenhang mit Fridays for Future und der mediale Hype).

  • 3 Hajo 12.09.2019, 12:37 Uhr

    Das Ministerium hat einen Info-Flyer für Feiernde erstellt. Dazu ist nur festzustellen: Ein Staat, der auf Zetteln um die Einhaltung von Gesetzen bettelt, die bis eben noch selbstverständlich waren, wirkt schwach, hilflos, ratlos.

  • 2 Hannes K. 12.09.2019, 11:32 Uhr

    Es nervt, wenn man krampfhaft versucht die Probleme der Migration zu negieren. Es kommt darauf an welchen Kulturkreis man sich verbunden fühlt. Bei Straftaten ist es notwendig die Nationalität zu nennen, aber nicht immer ausreichend; das klassische Beispiel ist der kriminelle Clan mit Wurzeln aus dem Libanon Mitte der 80er, zum Teil eingebürgert aber nie in der Gesellschaft angekommen. Ich wohne nicht weit vom Rathaus entfernt und erlebe die Ruhestörung durch Hochzeitskorsos oft. Das Hupen ist für mich nur mäßig nervig und auch kein echtes Problem der Migration. Fast immer halten sich die Teilnehmer an die Straßenverkehrsordnung und nicht häufiger als sonst sehe ich, wie noch einer bei „hellrot“ noch über die Kreuzung huscht. Ein Hochzeitskorso ist kein Problem für mich, bei den angesprochenen Problemen ist der Korso der Anlass und nicht die Ursache. Unabhängig von der Einordnung von Anlass und Ursachen muss sich der Landtag mit solchen Dingen beschäftigen, aber nicht überziehen.

  • 1 Altenessener 12.09.2019, 11:13 Uhr

    Hallo Zieht man die 109 Autokorsos ab bleiben immer noch 157 Tatbestände die andere Verkehrsteilnehmer nötigen. Mittlerweile hat man bei Trauungen das so gefährliche Luftballonsteigen lassen verboten, aber rumballern wie die Irren und denken die Straße gehört mir das ist Okay. Wir hatten auch einen Hochzeitskorso von 16 Fahrzeugen aber da wurde, nur weil einer bei Rot nicht über die Kreuzung kam einfach dahinter gewartet. Man muss nur wollen und sich an die Regeln halten aber das fällt diesen Leuten schwer .