Opposition fordert Konsequenzen aus Abellio-Krise

Privatbahn Abellio  - Symbolbild

Opposition fordert Konsequenzen aus Abellio-Krise

Von Martin Teigeler

Die Krise beim Bahnanbieter Abellio hat den NRW-Landtag erreicht. In einer Aktuellen Stunde sicherte Verkehrsministerin Brandes (CDU) zeitnah Klarheit zu. SPD und Grüne forderten grundlegende Reformen.

Wegen der Krise beim regionalen Bahnunternehmen Abellio fordert die SPD eine Reform des Systems. Ziel müsse es sein, gerade angesichts der Verkehrswende die Unterfinanzierung im Regionalverkehr zu beenden. Qualität und Pünktlichkeit müssten verbessert werden, sagte der SPD-Abgeordnete Carsten Löcker am Freitag in einer Aktuellen Stunde im Landtag in Düsseldorf. Die über 1.000 Abellio-Mitarbeiter hätten einen guten Job gemacht.

Die Sozialdemokraten forderten die Landesregierung auf, den verlässlichen Bahnverkehr in NRW sicherzustellen, damit nicht tausende Bahnkunden im Winter vergeblich auf Züge warten müssen. NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) erwiderte: "Sie schimpfen, wir arbeiten." Spätestens Anfang der kommenden Woche solle Klarheit für Beschäftigte und Kunden bestehen. Brandes erneuerte die Zusage, das Land werde den Nahverkehrsverbünden als Aufgabenträgern finanziell helfen, um die Folgen der Abellio-Krise abzufedern.

Zweitwichtigster Bahn-Anbieter in NRW

Abellio ist nach der DB Regio das zweitwichtigste Bahnunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Etwa jeder sechste Zugkilometer im Schienen-Personennahverkehr des Landes entfällt auf die Tochter der niederländischen Staatsbahn, die wichtige Linien wie den RE1 von Aachen nach Hamm oder den RE11 von Düsseldorf nach Kassel.

Wegen finanzieller Probleme durchläuft Abellio ein sogenanntes Schutzschirmverfahren. Dabei wird das Unternehmen nach Regeln des Insolvenzrechts saniert. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr will am 9. Dezember entscheiden, wer den Notbetrieb der Abellio-Strecken ab Februar 2022 übernimmt.

Grüne: Ministerin muss eingreifen

Der Grünen-Verkehrsexperte Arndt Klocke kritisierte "Panikmache" der SPD wegen deren Antragsüberschrift zur Aktuellen Stunde: "Den Super-Gau im Regionalbahnverkehr verhindern", forderte aber ebenfalls ein stärkeres Eingreifen von NRW-Verkehrsministerin Brandes. Man müsse in NRW über eine Landeseisenbahngesellschaft wie in Niedersachsen, Bayern oder einigen ostdeutschen Ländern nachdenken, um den Wettbewerb auf der Schiene und Auftragsvergaben an Privatbahnen besser zu organisieren. Diese Gesellschaft könnte "gegebenenfalls auch Verkehrsleistungen in Eigenregie anbieten".

Wie gehts weiter mit Abellio?

WDR 5 Westblick - aktuell 22.11.2021 04:36 Min. Verfügbar bis 22.11.2022 WDR 5


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Stand: 26.11.2021, 11:38

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