Landtag stimmt neuem NRW-Jagdgesetz zu

Landtag stimmt neuem NRW-Jagdgesetz zu

Von Sabine Tenta

  • CDU und FDP reformieren Landesjagdgesetz
  • Änderungen von Rot-Grün werden zurückgenommen
  • Auswirkungen für Füchse und Enten

Das von CDU und FDP reformierte Landesjagdgesetz ist eine Rückabwicklung der rot-grünen Änderungen. Am Donnerstag (21.02.2019) hat der Landtag zugestimmt.

SPD und Grüne übten in der Debatte massive Kritik. Die Landesregierung mache sich zum "Erfüllungsgehilfen des Jagdverbandes", so die Grünen. Die SPD sprach von einem "Kniefall vor der Jäger-Lobby" und einem "tierschutzpolitischem Armutszeugnis".

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte dagegen: "Wir brauchen für unsere Jägerinnen und Jäger mehr Rechtssicherheit und Beständigkeit im Jagdrecht." Die FDP erklärte: "Das Gesetz gibt den Jägern in NRW ihre Würde zurück."

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Die jagdbaren Arten

Hund apportiert eine Waldschnepfe

Hund apportiert eine Waldschnepfe

Die Liste der jagdbaren Arten hatte Rot-Grün deutlich verkürzt. CDU und FDP hingegen haben sie wieder kräftig ausgeweitet. So finden sich dort auch wieder Arten wie die Waldschnepfe, die vom Aussterben bedroht ist. Da sie unter Schutz steht, darf sie jedoch nicht abgeschossen werden.

Der Landesjagdverband NRW begrüßt die Ausweitung der jagdbaren Arten. Denn dann unterlägen diese schützenswerten Arten der "gesetzlichen Hegepflicht" der Jäger. Josef Tumbrinck vom NABU NRW sagt hingegen: "Naturschutz wird nicht mit der Flinte gemacht", dafür brauche es andere gesetzliche Regelungen.

Füchse im Bau jagen

Soll ein Fuchs wenigstens in seinem Zuhause sicher sein? Rot-Grün meinte ja und untersagte die Jagd im Fuchsbau. Die wird mit dem neuen Landesjagdgesetz wieder erlaubt.

Die Jagd auf Dachse im Naturbau bleibt verboten, "um Beißereien zwischen Bauhund und Dachs zu verhindern". So lautet die Begründung im neuen Gesetz.

Jagdhunde-Ausbildung

Ist es vertretbar für die Ausbildung von Jagdhunden, Enten flugunfähig zu machen? SPD und Grüne hatten dies verboten, CDU und FDP erlauben es wieder.

Reform des Jagdgesetzes auf dem Prüfstand

WDR 5 Westblick - aktuell 12.11.2018 06:11 Min. WDR 5

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Schießübung statt Schießleistung

Das neue Gesetz reduziert den zuvor geforderten "Schießleistungsnachweis" für Jäger auf einen "Schießübungsnachweis". Der sei vor Treibjagden zu erbringen.

Wörtlich heißt es im Gesetzentwurf: "Es liegt in der Eigenverantwortung der Jagdausübenden, bei nicht ausreichender Schießfertigkeit von der Teilnahme an Bewegungsjagden abzusehen."

Katzen bleiben verschont

Nicht in der Eigenverantwortung der Jäger, sondern gesetzlich klar geregelt ist der Umgang mit streunenden Katzen. Ihr Abschuss durch Jäger bleibt weiterhin verboten.

Hinweis: In einer früheren Fassung hatten wir geschrieben, dass die Waldschnepfe "jagdbar" ist. Nach User-Hinweisen haben wir dies nun präzisiert.

Stand: 21.02.2019, 16:12

Kommentare zum Thema

96 Kommentare

  • 96 Franz Jäger 23.02.2019, 14:43 Uhr

    Schade, dass die Grünen immer noch nicht verstanden, welchen Bockmist der Herr Remmel mit seinem idiotischen Jagdgesetz angerichtet hat. Mit welchen Befähigungen und mit welcher Berechtigung meinen denn die selbsternannten Fachleute aus dem Bereich der Grünen, Nabu wo sie auch alle herkommen... die Wildtiere aus dem Jagdrecht nehmen zu dürfen um diese dann einem anderen Verein zu unterstellen, der über keinerlei Fachwissen (zumindest über kein geprüftes) verfügt ? Gut, dass die jetzigen Politiker die Sache wieder richtig gestellt haben. Zudem zeugt es nicht von Größe, ein schlechter Verlierer zu sein. Arbeiten Sie doch einfach mit den Jägern und Bauerern und nicht gegen die Menschen, die im ländlichen Raum leben und das schon erfolgreich seit Jahrhunderten.

  • 95 M. Franke 23.02.2019, 12:45 Uhr

    Ich schäme mich für dieses Land, wo so eine Änderung beschlossen wird!!! Das ist ein Rückfall in die Neandertaler-Zeit, es ist einfach furchtbar. In der Zeit, wo zehntausende versuchen, den Tieren zu helfen, machen Sie das zunichte und nur, weil die "hohen Herrschaften" selber Jäger sind und wie der Hr. Lindner behauptet, für ihn sei Tiermord eine Art Meditation, da fällt einem nichts mehr ein und man wundert sich überhaupt nicht mehr, was für Politiker wir in diesem Land haben und wie diese abstimmen. Aber.....bei der nächsten Wahl sind die Tierschützer auf der anderen Seite, nicht auf Seiten der CDU, FDP und AFD... Und wenn ich dann lese, s.o. "DAs Gesetz gibt den Jägern die Würde zurück" dann habe ich dafür nur die größte Verachtung!!! Tiere töten ist Tiermord! Ob das gesetzlich geregelt ist, oder nicht!!!

  • 94 Franz Urban 23.02.2019, 11:41 Uhr

    Über Jagd diskutieren ist ja gut und schön. Nur ,wenn einer überhaupt keinen blassen Schimmer von der Jagd hat und nur ideologisch vollgepumpt ist sollte er nicht über Jagd diskutieren. Am besten ist es wenn er wenigstens selbst einen Jagdschein gemacht hat. Alle anderen sind meiner Meinung nach nicht fähig über Jagd zu diskutieren.Denn sie wissen nicht wovon sie reden!!

  • 93 Ulrike Park 23.02.2019, 06:28 Uhr

    Das neue NRW-Jagdgesetz ist angesichts des dramatischen Vogelsterbens ein Skandal, den die Jägerlobby bereits in die Tat umsetzt. So hat in Düsseldorf die untere Jagdbehörde für das Stadtgebiet eine Allgemeinverfügung zur Aufhebung der Schonzeit für Ringeltauben erlassen. NABU kritisiert, die Hälfte der Abschüsse werde in der Brutzeit getätigt, was u. a. das Verwaisen und Verhungern der Jungvögel zur Folge habe. Dies sei mit dem Tierschutzgesetz und einem ethisch verantwortlichen Umgang mit Tieren nicht vereinbar. Doch es regt sich Widerstand. In Düsseldorf gibt seit einigen Wochen die Initiative: Rettet die Wildvögel im Hofgarten. Mehr dazu unter: https://www.facebook.com/ulrike.park

  • 92 Sandra Pape 23.02.2019, 00:22 Uhr

    Das war so klar, dass die Politik vor der Jägerschaft kuscht. Vetternwirtschaft und Kleingeist treffen hier wunderbar zusammen. Mal wieder zum Leid der Tiere. Schämt euch was. Alles andere, was ich dazu noch sagen kann, zensiere ich vorsichtshalber mal selbst.

  • 91 Senta Tangerstedt 22.02.2019, 23:29 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 90 Senta Tangerstedt 22.02.2019, 23:28 Uhr

    Früher wurde die Jagd damit gerechtfertigt, dass die großen Beutegreifer fehlen. Kaum ist der Wolf erfolgreich zurückgekehrt, wollen die Jäger den Wolf "regulieren". Diese Logik versteht kein Mensch. Wer glaubt, dass Wildtierbestände in Kulturlandschaften unbedingt durch Abschiessen "reguliert" werden müssten, der schaue einfach nur mal in seinen eigenen Garten - mehr künstliche Kulturlandschaft geht kaum. Eichhörnchen, Igel, Eule, Fledermaus, Amsel, Meise, Fink und Star - keiner von denen muss dort mit Waffengewalt "reguliert" werden. Und trotzdem gibt es keine Eichhörnchen- Igel, Fledermaus- oder Amselplagen, und auch kein grenzenloses Tierleid, von dem wir die tierischen Gartenbewohner zu Millionen gönnerhaft mit der Jagdwaffe erlösen müssten. Die scheinheiligen, vorgeschobenen Gründe für die Jagd widersprechen sich selbst.

    Antworten (1)
    • Franz Jäger 23.02.2019, 14:08 Uhr

      Der Wolf hat eine Reproduktionsrate von 300 bis 400 % jährlich. Allein im letzten Jahr wurden über 1600 Nutztiere vom Wolf gerissen. Das sind 65% !!! mehr als im Jahr davor. 65% mehr in nur einem Jahr !!! Rinder und Pferde wurden in den ersten Jahren noch vom Wolf geschont. Mittlerweile hat er auch diese Tierarten in sein Beutesprektrum aufgenommen. Was meinen Sie denn wohl, wie das ganze in 4 - 5 Jahren aussieht ? wenn kaum noch Schafe, Rinder, Pferde... auf den Weiden zu finden sind ? Die paar Rehe und Hirsche, die dann vielleicht noch leben, werden die große Menge an Wölfen (zur Erinnerung: 300-400% Reproduktionsrate jährlich) nicht ernähren können und der Wolf wird sein Beutespektrum erweitern. Dann werden viele nach den Jägern rufen, die ja heute so grausam sind...

  • 89 Oliver Baumeister 22.02.2019, 22:48 Uhr

    Und für diesen ideologischen Mist den ihr schreibt, zahlen wir auch noch Gebühren. Schämt euch!

  • 88 Tanja S. 22.02.2019, 22:22 Uhr

    Widerlich. Ein Kniefall vor der Jägerschaft. Kann ich nicht nachvollziehen, dass solch tierquälerischen Methoden wieder erlaubt wurden.

  • 87 Peter K. 22.02.2019, 19:39 Uhr

    Das neue Landesjagdgesetz ist gut. Was seiner Zeit dieser Herr Remmel und SPD veranstaltet haben hat nichts mit vernüftiger Gesetzgebung zu tun. "Es war das schlechteste Gesetz ( das Remmelgesetz ) was jemals im Landtag von NRW verabschiedet wurde" ( Prof. Dr. Friedhelm Fahtmann SPD ). Offensichtlich glaubt die SPD den klugen Köpfen in der Partei nicht. Hoffentlich bleibt diese Partei mit dieser Einstellung im Abwertstrend.

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    • Hunter 23.02.2019, 07:14 Uhr

      Auch als Jäger muss ich objektiv bleiben und konstatieren, dass eben nicht alle Änderungen gut sind. Warum der sinnvolle Schießnachweis, der wirklich mit ein wenig Übung auf dem Schießstand leicht zu schaffen ist, in einen reinen Übungsnachweis umgewandelt wurde, ist mir tatsächlich ein Rätsel. Vertrauen in die aktive Jägerschaft schafft das nicht. Wer minimalste Anforderungen im Umgang mit Waffen nicht nachweisen kann, der sollte diese besser im Schrank lassen und sich andere Schwerpunkte innerhalb des Jagdhandwerkes suchen, die Bandbreite ist ja groß genug. Ich habe keine Lust mit Leuten zu jagen, die ihre Waffe nicht beherrschen, das gefährdet im schlimmsten Fall andere Menschen und mich selber, von angebleiten Stücken und komplizierten Nachsuhen ganz zu schweigen. Gott sei Dank sehen das die Jäger in meinem Dunstkreis ähnlich, der regelmässige Schießstandbesuch ist hier die Regel und nicht die Ausnahme. Dass Verweigerer sich wieder verstecken können, ist ein schlechter Witz.

  • 86 Brigitte Gabriel 22.02.2019, 18:10 Uhr

    Ich kann nicht glauben, was ich da heute gelesen habe: Enten werden, zu Trainingszwecken für Jagdhunde, flugunfähig gemacht, damit sie nicht wegfliegen können, wenn die Junghunde zur Jagd ausgebildet werden !!! Ich bin fassungslos über diese tierquälerische Methode. Wo bleibt denn der Tierschutz! So eine Verantwortungslosigkeit und Verachtung Lebewesen gegenüber ist mir unbegreiflich! Man verliert immer mehr die Hoffnung, dass es mal besser wird in diesem Land.

    Antworten (1)
    • Franz Jäger 23.02.2019, 10:15 Uhr

      Nur ein sehr gut ausgebildeter Jagdhund kann krankes Wild finden, dem Hundeführer bringen und dem Tier damit weiteres Leid ersparen. Dazu gehört natürlich auch die Wasserarbeit und somit selbstverständlich auch die Übung an der lebenden Ente. Eine Ente ist täglich Gefahren ausgesetzt (ein Fuchs, der sie fressen will, ein Wels, der sich von unten anschleicht und sie unter Wasser zieht und frisst, Menschen die durch die Gegend trampeln und sie immer wieder aufscheuchen....). Da ist ein Hund, der sie mal im Wasser aufstöbert das kleinere Übel. Schade, dass soviele Menschen den Bezug zur Natur und seiner Tierwelt verloren haben. Auf deutsch gesagt, haben sehr viele überhaupt keine Ahnung von der Materie, müssen aber immer und überall ihren "Senf" dazugeben in dem sie unqualifizierte Äußerungen in die Welt posaunen. Bitte informieren Sie sich demnächst bitte vorher. Danke.