Bewerbungen als Landarzt ab sofort möglich

Ein Verkehrsschild weist auf eine Arztpraxis hin.

Bewerbungen als Landarzt ab sofort möglich

  • Studienplätze für Landärzte reserviert
  • Bewerberportal online
  • Bewerber mit Berufserfahrung im Vorteil

In Nordrhein-Westfalens ländlichen Regionen herrscht Ärztemangel. Die Landesregierung hat daher eine Landarzt-Quote beschlossen, um den Engpässen zu begegnen.

145 Studienplätze sind für Studienbewerber reserviert, die sich verpflichten, nach ihrem Abschluss zehn Jahre als Landarzt zu arbeiten. Seit Sonntag (31.03.2019) ist das Bewerberportal online.

Knapp acht Prozent der Studienplätze für Landärzte

"Wir bilden in Nordrhein-Westfalen jedes Jahr rund 2.000 Ärztinnen und Ärzte aus, von denen nur rund zehn Prozent Allgemeinmediziner werden", erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Montag (01.04.2019).

Das soll sich mit der Landarztquote nun ändern: Die 145 Studienplätze stehen für das kommende Wintersemester für angehende Landärzte zur Verfügung. Das sind 7,6 Prozent der Studienplätze in NRW.

Die Landarzt-Quote im Medizin-Studium als Alternative zum Numerus clausus WDR aktuell 19.02.2019 02:04 Min. Verfügbar bis 19.02.2020 WDR

Die Bewerbung ist bis zum 30. April 2019 möglich. Gehen die Mediziner nach ihrem Abschluss doch nicht aufs Land, droht ihnen eine Strafe von 250.000 Euro.

Erste Stufe: Bewerber mit Berufserfahrung im Vorteil

Das Auswahlverfahren für die angehenden Landärzte ist zweistufig. Im ersten Schritt wird die Bewerbung der Kandidaten wie folgt gewichtet:

  • Zu jeweils 30 Prozent zählen die Abiturnote und der Test für medizinische Studiengänge.
  • Eine Berufsausbildung oder praktische Vorerfahrungen werden mit 40 Prozent gewichtet.

Wer also eine einschlägige Berufsausbildung gemacht hat, ist deutlich im Vorteil gegenüber Abiturienten. Wer sich in dieser ersten Stufe qualifiziert hat, wird zur nächsten Stufe eingeladen.

Dann gibt es Gespräche mit den Bewerbern. Sie sollen zeigen, wieviel Empathie und Eignung die Kandidaten mitbringen.

Somit bekämen auch die Bewerber eine Chance auf einen Studienplatz, die kein Spitzenabitur hätten - aber eine "Motivation für die gesundheitlichen Belange der Menschen auf dem Land", so Laumann.

Stand: 01.04.2019, 13:01