Wie das Land die Handwerker elektrisch machen will

Warum klappt es nicht mit der E-Mobilität? Lokalzeit aus Duisburg 08.01.2019 05:29 Min. Verfügbar bis 08.01.2020 WDR Von Laura Kasprowiak

Wie das Land die Handwerker elektrisch machen will

Von Thomas Drescher

  • NRW fördert Umstieg auf Elektrofahrzeuge mit 40 Millionen Euro
  • Anreize für Handwerker, Taxis, Liefer- oder Pflegedienste
  • Förderung gilt auch für Ladestationen auf dem Firmengelände

"E-Mobilität ist gut fürs Image", heißt es in einer Broschüre, die das Wirtschaftsministerium aktuell an Handwerk und Gewerbetreibende im Land verteilt. Außerdem sei sie "wirtschaftlich", "effizient und zukunftssicher" und – jetzt kommt´s: "staatlich gefördert"!

40 Millionen für "Emissionsfreie Mobilität"

Diese staatliche Förderung von kommerziell genutzten E-Fahrzeugen wird nun kräftig aufgestockt, von bisher 20 Millionen auf nunmehr 40 Millionen Euro. Das gab Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Dienstag (29.01.2019) bekannt.

Wurde das Geld bisher in Zuschüsse für den Aufbau von Ladesäulen gesteckt, so sollen die neuen Millionen direkt in den Kauf von Fahrzeugen fließen. "Emissionsfreie Mobilität" heißt das Programm.

NRW-Regierung: Handwerker bei E-Mobilität fördern

WDR 5 Westblick - aktuell 29.01.2019 05:39 Min. Verfügbar bis 29.01.2020 WDR 5

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E-Mobilität: Duisburgs Schnellladepark geht ans Netz

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 08.01.2019 03:40 Min. Verfügbar bis 08.01.2020 WDR 5

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Der so genannte Umweltbonus des Bundes in Höhe von 4.000 Euro pro Fahrzeug wird vom Land NRW auf 8.000 Euro verdoppelt. Kleintransporter werden mit der Kombination aus Landes- und Bundeszuschüssen sogar mit bis zu 12.000 Euro bezuschusst.

Sogar ganze Fuhrparks können sich umweltbewusste Betriebe fördern lassen. Nicht zu vergessen: Für Elektro-Lastenfahrräder gibt es maximal 2.100 Euro.

Elektrisch gegen Fahrverbote

Die Landesmillionen reichen für ca. 5.000 E-Fahrzeuge in diesem Jahr. Handwerker ebenso wie Pflege- oder Lieferdienste, Taxis oder Händler sollen ermuntert werden, alte Diesel auszumustern, zumal diese ohnehin von Fahrverboten bedroht sind.

Unternehmen setzen bisher ganz überwiegend auf Diesel-Fahrzeuge, berichtete Hans-Jörg Hennecke, Hauptgeschäftsführer des NRW-Handwerks. 80 Prozent der Handwerksfahrzeuge laufen mit Diesel. Genaue Zahlen gibt es nicht. Aber bei 190.000 Handwerksbetrieben kommt man überschlägig schnell auf eine Million oder mehr Autos. Die meisten laufen mindestens zehn Jahre.

Und das sind nur die Handwerker. Nimmt man Taxis, Pflegedienste, Lieferanten, Händler usw. hinzu, erscheint die Förderung von 5.000 Fahrzeugen nicht mehr ganz so ehrgeizig. "Wir hoffen auf Nachahmungseffekte", sagt dazu Minister Pinkwart.

Hoffnung auf Nachahmer

Wenn ein Betrieb nicht nur einige seiner Diesel gegen Elektrowagen ersetzt, sondern auch noch eigene Ladesäulen oder Wallboxen auf dem Firmengelände installiert, könnte das Mitarbeiter animieren, sich privat ein E-Auto anzuschaffen - vor allem wenn der Strom aus Solarzellen auf dem Dach der Montagehalle stammt.

Die Energieversorgung zu dezentralisieren, sie von den großen Enegiekonzernen auf mittelständische Betriebe zu verlagern: das ist eine Vision die Handwerks-Geschäftsführer Hennecke heraufziehen sieht. Sollte das irgendwann so kommen, wäre dies nicht nur gut fürs Image, sondern auch fürs Geschäft.

Stand: 29.01.2019, 17:40

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 linunx 29.01.2019, 20:16 Uhr

    "Die Energieversorgung zu dezentralisieren, sie von den großen Enegiekonzernen auf mittelständische Betriebe zu verlagern: das ist eine Vision die Handwerks-Geschäftsführer Hennecke heraufziehen zieht." Hoffentlich ist das auch mit den Lobbyisten in Düsseldorf abgesprochen, den RWE einfach die Kunden zu entziehen, es gab Zeiten da wurde jeder kleine Mühlenbesitzer der etwas Strom Produzierte schnell durch Gesetze vom Fleischtopf vertrieben.