GroKo-Gegner Kutschaty liebäugelt mit SPD-Vorsitz

Andrea Nahles, Thomas Kutschaty

GroKo-Gegner Kutschaty liebäugelt mit SPD-Vorsitz

  • GroKo-Gegner Kutschaty wohl bereit für Nahles-Nachfolge
  • "Vor Herausforderungen nicht davonlaufen"
  • NRW-SPD-Generalsekretärin: "Nicht abgesprochen"

Nordrhein-Westfalens SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty ist offenbar bereit, für den Bundesvorsitz der SPD als Nachfolger von Andrea Nahles zu kandidieren. "Großen Herausforderungen darf man nicht hinterherlaufen, man darf aber auch nicht davor weglaufen", wird der ehemalige NRW-Justizminister in der Mittwochsausgabe (19.06.2019) des "Kölner Stadt-Anzeigers" zitiert.

Urwahl und Doppelspitze möglich

Nach Informationen der Zeitung hatten Mitglieder der Landtagsfraktion und SPD-Bundestagsabgeordnete Kutschaty zu einer Kandidatur ermuntert. In puncto Kandidatensuche für die Nahles-Nachfolge wünscht sich der 51 Jahre alte Anwalt aus Essen ein offenes Verfahren. Sowohl eine Urwahl als auch eine Doppelspitze seien für ihn vorstellbar. Bei einer möglichen Mitgliederbefragung sollten mehrere Personen antreten.

Gibt es für die SPD noch Hoffnung?

WDR RheinBlick 07.06.2019 42:44 Min. WDR Online

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Landes-SPD rügt "Personalspekulationen"

Die Landes-SPD reagierte unterdessen wenig begeistert auf Kutschatys Aussagen: "Das war nicht abgesprochen", sagte die Generalsekretärin der NRW-SPD, Nadja Lüders am Mittwoch (19.06.2019). Sie verwies darauf, dass der SPD-Parteivorstand am kommenden Montag einen Vorschlag zum Neuaufstellungsprozess machen werde. "Personalspekulationen im Vorfeld sind da nicht hilfreich" sagte Lüders.

Am Dienstag (18.06.2019) hatte Kutschaty bei einer Pressekonferenz mit dem kommissarischen SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel in Düsseldorf zunächst nichts zu persönlichen Ambitionen auf Bundesebene gesagt: "Wir wollen uns nicht nur über Personalfragen unterhalten, sondern wir wollen inhaltliche Schwerpunkte setzen."

Nach der Pressekonferenz äußerte sich dann in einem RTL-Interview zu einer möglichen Bewerbung für den Bundesvorsitz:

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Scharfer GroKo-Kritiker

Kutschaty gilt seit Jahren als einer der schärfsten Kritiker der Großen Koalition in Berlin. Als einer der ersten SPD-Politiker hatte er für eine Abkehr von Hartz IV geworben. Er gehört dem Landtag seit 2005 an. Von 2010 bis 2017 war Kutschaty NRW-Justizminister.

SPD: „Auf Kernthemen besinnen“

WDR 5 Morgenecho - Interview 15.06.2019 06:00 Min. WDR 5

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NRW-SPD in der Dauerkrise

Kutschatys Verhältnis zum SPD-Landesvorsitzenden Sebastian Hartmann gilt als angespannt. Bislang ist unklar, wer von beiden bei der nächsten Landtagswahl gegen Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) antreten soll. Die SPD befindet sich seit dem Verlust der Macht bei der Landtagswahl 2017 in einer Dauerkrise. Bei der Europawahl Ende Mai hatten die Sozialdemokraten in ihrem alten Stammland nur 19,2 Prozent erreicht.

Stand: 19.06.2019, 14:48

Kommentare zum Thema

9 Kommentare

  • 9 Werner Günther 19.06.2019, 21:13 Uhr

    Ich finde Herr Kutschaty hat eine Chance verdient,schlechter wie Nahles kann es ja keiner machen. Ich meine aber die Selbstauflösung ist die einzie Möglichkeit sich bei den Menschen beliebt zu machen.

  • 8 Kumpel Anton 19.06.2019, 16:59 Uhr

    Wanderer soll man bekanntlich nicht aufhalten. Die NRW Spd sollte ihm dazu noch die Reisespesen spenden, denn ein Verlust ist sein Weggang allemal nicht eher eine Erlösung.

  • 7 KH Schwarz 19.06.2019, 16:07 Uhr

    Auf, auf, Kutschaty muss unbedingt auf den beliebstesten Schleudersitz Deutschlands gehoben werden. Soll er mal den Job machen. Blutige Nase für ihn ist vorprogrammiert. In NRW hat er ja bisher nichts geleistet was erwähnenswert wäre (oder habe ich was verpasst ?). Vielleicht sehnt er sich ja nach einem politischen Selbstmord. Dabei wird ihm von den Genossen sicherlich gern geholfen.

  • 6 Alles ist besser als N 19.06.2019, 14:59 Uhr

    Dank Frau Nahles & GroKo, Ist die SPD jetzt wo sie hingehört. Einmal 4 Jahre unter 5% Würde der SPD gut tun. Mein Vater hat sie ein Leben lang gewählt, hat sich bestimmt schon im Grab gedreht. Nach so viel Mist mit der Groko. Keine Brücken, Straßen, Schleusen, Schulen, usw usw usw die in Ordnung sind. Aber Groko mit viel Heiße Luft. Nur Posten schieben... Wenn das nicht klappt vielleicht in der EU noch was vergeigen... So gibt's halt OT Nahles Voll auf die Fresse.

  • 5 Lena S. 19.06.2019, 14:43 Uhr

    Schlechter gehts nicht. Er hat doch schon in NRW total versagt. Siehe letztes Wahlergebnis in seinem Wahlkreis

  • 4 Bernie F. 19.06.2019, 14:10 Uhr

    Sollte sich die Kandidatur von Kutschaty bewahrheiten und verfestigen, sehe ich "schwarz" für die SPD, zumindest im Stammland NRW!!! Dieser linke Typ wird nicht nur die Groko verlassen, nein, die sozialistischen Thesen von Juso Freund Kühnert werden 1:1 umgesetzt werden, einschl. Umkrempelung der guten Hartz IV- Regeln, um die uns halb Europa beneidet. Nein mit Mister Kutschaty geht die SPD leider in den freien Fall!!

  • 3 Rupert Waschbüsch 19.06.2019, 14:05 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 2 Rupert Waschbüsch 19.06.2019, 13:54 Uhr

    Aalso..... hatte die SPD zuletzt nicht beschlossen, dass es eine Doppelspitze (sicher Frau & Mann) geben soll? Was bedeutet dann schon wieder solch ein nächster Solotanz bedeuten? Nichts Gutes ! Ich erwartete mir, dass eine Doppelspitze - aus wem auch immer - auch erstmals gemeinsam auftritt. Und es muss auch an die äusserst fragwürdige Rolle erinnert werden, die Minister Kutschaty im Fall des Richters Renesse eingenommen hat. Und was hat er denn als GROKO-Gegner auf die Beine gestellt bzw. durchgesetzt ? Nichts ! Wieder so ein Alphamännchen, das vielleicht als BJustizminister taugt, aber jetzt eine SPD-Machtlücke - wie er sicher meint: gewieft - ausnutzen WILL, weil er glaubt, es sei im Willy-Brandt-Haus grad niemand zuhause, der ihn zurüclpfeifen könnte. Ein Kevin Kühnert und eine wirklich komplementär-passende SPD-Dame würden wesentlich mehr ausrichten für eine wählbare SPD. Baerbock & Habeck haben mittlerweile Maßstäbe gesetzt. Offenbar unbemerkt in Düsseldorf !

  • 1 Der Krefelder 19.06.2019, 13:02 Uhr

    Kutschaty als SPD- Vorsitzender? Der füllt noch nicht einmal seine Rolle als Oppositionsführer im NRW-Landtag aus. Und: als Justizminister hat er einen Richter, der sich für Renten ehemaliger jüdischer Zwangsarbeiter eingesetzt hat, vor ein Gericht gebracht. Vor dem Hintergrund des Holocaust ein erbärmlicher Politiker. Mit Kutschaty wird die Zukunft der SPD einstellig.