Kutschaty: Krise der SPD ist selbst verschuldet

Thomas Kutschaty und Wolfgang Meyer im Gespräch

Kutschaty: Krise der SPD ist selbst verschuldet

Von Daniela Junghans

  • Thomas Kutschaty kandidiert nicht für SPD-Bundesvorsitz
  • NRW-Fraktionsvorsitzender: "Bin am richtigen Platz"
  • SPD sei selbst Schuld an schlechten Umfragewerten

Bundesweit liegt die SPD derzeit in den Meinungsumfragen zwischen 12 und 14 Prozent. Das müsse deutlich besser werden, sagte Thomas Kutschaty, Fraktionschef der Partei im NRW-Landtag am Mittwoch (14.08.2019) gegenüber dem WDR. Die SPD habe die aktuellen Umfragewerte "in vielen Bereichen selbst verschuldet". Sie müsse sich auch die Frage stellen: "Haben wir immer die richtige Politik gemacht in den vergangenen Jahren?"

Kutschaty: Schlechte Umfragewerte selbst verschuldet

WDR 5 Westblick - Interview 14.08.2019 09:36 Min. Verfügbar bis 13.08.2020 WDR 5

Download

In NRW am richtigen Platz

Viele Menschen seien verdrossen über die Arbeit der Großen Koalition in Berlin, sagte Kutschaty. Seine Partei brauche deshalb neue, kreative Impulse. Die könnten auch durch ein neues Führungsduo auf Bundesebene entstehen. Kutschaty selbst möchte nicht für den Bundesvorsitz kandidieren. Er sei "in NRW gerade richtig am Platz."

Die SPD, forderte der Fraktionschef im NRW-Landtag, müsse deutlicher herausstellen, für wen sie Politik machen wolle und für wen nicht. Das bedeute auch, "dass wir nicht mehr für alle etwas im Programm haben können." Wenn die Partei eine starke Sozialpolitik machen wolle, müsse man "auch darüber sprechen, dass es auch um Umverteilung geht."

Koalitionen werden komplizierter

Mit Blick auf künftige Wahlen, auch auf Landesebene, betonte Kutschaty, es werde immer schwieriger, eine Koalition aus nur zwei Parteien zu bilden. Die Parteienlandschaft verändere sich, die Wahlergebnisse der einzelnen Parteien lägen immer näher beieinander.

"Deswegen sollte man relativ offen sein, was Koalitionsfragen anbelangt." Mit einer Ausnahme: "mit der AfD sollte man keine Koalition machen, in keinem Bundesland." Eine eventuelle Zusammenarbeit mit der Linkspartei schloss Kutschaty nicht aus.

Stand: 14.08.2019, 17:13