Weniger Einbrüche und mehr Sexualdelikte in NRW

Kriminalstatistik 2018 WDR aktuell 13.02.2019 01:39 Min. Verfügbar bis 13.02.2020 WDR

Weniger Einbrüche und mehr Sexualdelikte in NRW

Von Christian Wolf

  • Kriminalstatistik für 2018 vorgestellt
  • 6,6 Prozent weniger Straftaten in NRW als im Vorjahr
  • Sexualdelikte bereiten Sorgen

In Umfragen heißt es regelmäßig, das Gefühl von Sicherheit nehme ab und die Kriminalität steige. Wie wenig das mit der Realität zu tun hat, zeigt die Kriminalstatistik 2018, die NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch (13.02.2019) vorgestellt hat.

Demnach sank die Zahl der registrierten Straftaten deutlich. Mit 1,28 Millionen Fällen gab es 6,6 Prozent weniger als 2017 - der niedrigste Stand seit fast 30 Jahren. Die Aufklärungsquote stieg auf 53,7 Prozent. Sie sagt allerdings nichts über die tatsächliche Aufklärung aus, sondern nur, ob eine Tat einem Verdächtigen zugeordnet wurde.

Weniger Einbrüche

Provalnik obija prozor

Eine besonders positive Entwicklung gab es bei Wohnungseinbrüchen. Deren erfasste Zahl ging um fast ein Viertel auf 29.900 zurück. In den vergangenen drei Jahren haben sich die Fälle sogar mehr als halbiert.

Neben einer stärkeren Polizeipräsenz sieht der Innenminister auch externe Faktoren als Grund. So hätten die Schließung der Balkanroute und Grenzkontrollen dafür gesorgt, dass es osteuropäische Einbrecherbanden schwerer hätten.

Der NRW-Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Michael Mertens, findet auch lobende Worte für die Politik. Sowohl die jetzige als auch die vorherige Landesregierung hätten Schwerpunkte gesetzt. Auch ruhten die Erfolge auf Überstunden der Beamten.

Ebenfalls sinkende Zahlen wurden bei Taschendiebstählen (minus 17,3 Prozent), der Straßenkriminalität (minus 8,5 Prozent) und der Gewaltkriminalität (minus vier Prozent) registriert.

Sexualdelikte bereiten Sorgen

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU)

Innenminister Herbert Reul

Allerdings gibt es auch schlechte Nachrichten. So gab es 2018 mehr Morde und Mordversuche (140; plus 24 Prozent). "Ein Punkt, der uns wirklich sorgen macht, ist der Bereich der Sexualdelikte", sagte Reul. Mit 14.076 erfassten Fällen habe es einen Anstieg um mehr als neun Prozent gegeben. Das sei eine "sehr ernst zu nehmende Entwicklung". Als einen Grund nannte der Minister, dass solche Fälle häufiger angezeigt würden.

Während es bei allen Sexualdelikte eine Zunahme gab, verzeichnet die Unterkategorie Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung einen Rückgang. Mit 2.138 Fällen sank deren Zahl um 16,5 Prozent.

Hoher Anteil an Ausländern

Als "unangenehme" Wahrheit bezeichnete Reul den Anteil von Ausländern an der Kriminalität. Von allen 443.000 Tatverdächtigen hätten 31,8 Prozent keinen deutschen Pass. Trotzdem wolle er bei diesem Punkt "absolute Transparenz" und nichts verheimlichen. So müsse beachtet werden, dass es sich oftmals um reisende Banden handele und nicht ausschließlich um Menschen, die in NRW lebten.

 

Stand: 13.02.2019, 15:20

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 Andrew 15.02.2019, 12:47 Uhr

    31,8 % der Tatverdächtigen hatten keinen deutschen Pass. Ja und wieviel der anderen Tatverdächtigen haben einen deutschen Pass und trotzdem Migrationshintergrund?

  • 3 Katharina 14.02.2019, 10:20 Uhr

    Wenn Einbrüche runter gehen und Sexualstraftaten rauf, passt die Antwort mit den reisenden Banden nicht.

  • 2 Anonym 14.02.2019, 09:07 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 1 ddd 14.02.2019, 02:30 Uhr

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