Turbostart für junge Kriminalbeamte

Polizeianwärter

Turbostart für junge Kriminalbeamte

Von Nina Magoley

  • Viele Kriminalbeamte in NRW sind höheren Alters
  • Innenminister Reul: Junge Kommissaranwärter direkt in den Dienst
  • Missbrauchskandal von Lügde hat Defizite deutlich gemacht

Spätestens die Ermittlungspannen im Missbrauchskandal von Lügde haben gezeigt, wie dramatisch unterbesetzt die Polizei in NRW ist. Innenminister Herbert Reul (CDU) will nun Abhilfe schaffen: Junge Kommissaranwärter "mit besonderen Talenten" sollen die Möglichkeit erhalten, direkt nach der dreijährigen Ausbildung zur Kripo zu wechseln.

"Ich brauche schnell gut ausgebildete Kripoleute", erklärte Reul am Freitag (23.08.2019) im WDR Interview. Viele Beamte der Kriminalpolizei seien "sehr alt", da man über viele Jahre versäumt habe, junge Leute in den Dienst zu bringen. Seine Idee: Junge Polizisten sollen künftig auf ihre Vorbildung hin betrachtet werden. Absolventen, die bereits kaufmännische oder IT-Kenntnisse haben oder zuvor Kfz-Mechaniker waren, müssten "nicht erst durch den Wach- und Wechseldienst geschleust werden", sondern könnten direkt zu Spezialisten werden.

"Spezialisten zu Polizisten"

Bisher müssen Kommissar-Anwärter nach ihrer Ausbildung mindestens ein Jahr in den Wach- und Wechseldienst, danach steht in vielen Dienststellen eine zweijährige Zeit bei der Bereitschaftspolizei an. In NRW gibt es derzeit 40.000 Beamte, 8.500 davon bei der Kriminalpolizei. Das Programm "Spezialisten zu Polizisten" sei vorerst auf den Zeitraum 2020 bis 2023 beschränkt.

Es sei ein "wichtiger Meilenstein zur personellen Stärkung unser Kommissariate" erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Marc Lürbke. Die Polizei in NRW brauche zur Kriminalitätsbekämpfung "verstärkt junge, gut ausgebildete Spezialisten".

Reul: Kriminalpolizei personell stärken WDR aktuell 23.08.2019 00:28 Min. Verfügbar bis 23.08.2020 WDR

Stand: 23.08.2019, 14:42