115 Gruppenvergewaltigungen in NRW im Jahr 2020 registriert

Vergewaltigung einer 18-jährigen

115 Gruppenvergewaltigungen in NRW im Jahr 2020 registriert

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Innenministeriums im vergangenen Jahr 115 sogenannte Gruppenvergewaltigungen registriert worden. Das Ministerium schränkt die Aussagekraft der Zahlen ein.

Das NRW-Innenministerium hat Zahlen zu sogenannten Gruppenvergewaltigungen veröffentlicht. 2020 gab es landesweit 115 "Vergewaltigungen sowie sexuelle Übergriffe und sexuelle Nötigungen mit gemeinschaftlicher Begehungsweise" mit 236 Tatverdächtigen, wie nun bekannt wurde. Gemeinschaftlich begangen wurde eine Vergewaltigung laut Bundeskriminalamt (BKA) dann, wenn mindestens zwei Täter beteiligt waren. Im ersten Halbjahr 2021 sind dazu 66 Fälle in NRW mit 142 Tatverdächtigen erfasst worden.

Der Anteil der deutschen Tatverdächtigen bei diesen Straftaten lag bei 54,24 Prozent im Jahr 2020. 45,76 Prozent hatten keinen deutschen Pass. Im ersten Halbjahr 2021 lag der Anteil der nicht-deutschen Tatverdächtigen bei 38,73 Prozent, der der deutschen Tatverdächigten entsprechend bei 61,27. Die AfD im Landtag hatte dazu einen Bericht beantragt. Die Daten zu 2021 sind allerdings laut Ministerium "nicht qualitätsgesichert und können fortlaufenden Änderungen unterliegen".

Keine Vergleichswerte oder Angaben zu den Opfern

Das Landesinnenministerium nannte in dem Bericht keine Vergleichszahlen aus den Vorjahren. Auch über die Opfer der Vergewaltigungen und ihre Nationalität wurden keine weiteren Angaben gemacht.

Insgesamt gab es laut Kriminalstatistik 2020 landesweit 2.508 Vergewaltigungen. 2019 waren es 2.282 Fälle gewesen.

Ein Forschungsbericht des Kriminalistischen Instituts des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2019 kam zu dem Ergebnis, dass die Opfer der polizeilich bekannten, gemeinschaftlich begangenen Vergewaltigungen zum weit überwiegenden Teil weiblich (89,4 Prozent) sind. Etwa eines von zehn Opfern ist männlich (10,6 Prozent).

Stand: 31.08.2021, 14:58

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