Reaktionen auf AKK-Rückzug: "Mir ist schlecht"

Reaktionen auf AKK-Rückzug: "Mir ist schlecht"

  • Kramp-Karrenbauer verzichtet auf Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur
  • Entscheidung seit langer Zeit gereift
  • Reaktionen aus NRW, Ministerpräsident zollt ihr Respekt
  • Elmar Brok: "Mir ist schlecht"

Der Verzicht auf eine Kanzlerkandidatur und der geplante Rückzug von der Parteispitze ist nach Darstellung der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer kein spontaner Beschluss nach den politischen Turbulenzen in Thüringen gewesen. "Diese Entscheidung ist seit einer geraumen Zeit in mir gereift und gewachsen", sagte sie am Montag (10.02.2020) in Berlin. Sie betonte zugleich, dass die Frage der Kanzlerkandidatur auf einem Bundesparteitag getroffen werde.

Laschet dankt "für ihren großen Einsatz"

Mit großem Respekt haben Spitzenpolitiker aus NRW auf den angekündigten Rückzug reagiert. "Die CDU Nordrhein-Westfalen und auch ich ganz persönlich danken Annegret Kramp-Karrenbauer für ihren großen Einsatz - für die CDU, für die Einheit der Union, in der Großen Koalition", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Montagnachmittag in Aachen. Er appellierte an die Geschlossenheit der Union: "Jetzt gilt es, mit der programmatischen Breite unserer Vereinigungen und der regionalen Verankerung der Landesverbände in den nächsten Monaten gemeinsam mit der CSU ein überzeugendes Angebot an die Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln." Dabei müsse eines klar sein: Für die CDU könne es in keiner Form eine Zusammenarbeit mit der AfD geben, "keine Kooperation, keine Duldung, keine Koalition, keine Gespräche". Der Kurs der Union müsse ein Kurs der Mitte bleiben, die AfD werde bekämpft, sagte Laschet.

Zu einer möglichen eigenen Bewerbung als CDU-Bundeschef oder Kanzler wollte sich Laschet am Montag jedoch zunächst nicht äußern. Nachfragen waren bei dem kurzfristig angesetzten Statement in der Aachener CDU-Geschäftsstelle nicht zugelassen. Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann rechnet dennoch damit, dass Laschet nach dem CDU-Vorsitz greift. "Jetzt muss Laschet den Vorsitz beanspruchen, sonst ist er ein Papiertiger", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte, es sei "Annegret Kramp-Karrenbauers Verdienst, CDU und CSU wieder zusammengeführt zu haben. Der Zusammenhalt unserer Partei muss auch jetzt unsere Leitschnur sein". Der Münsterländer hatte sich 2018 noch vergeblich um den CDU-Vorsitz und damit eine mögliche Kanzlerkandidatur beworben.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Die Entscheidung Kramp-Karrenbauers verdiene Respekt, teilte auch Friedrich Merz mit. "Ich gebe ihr jede Unterstützung dabei, den Prozess ihrer Nachfolge und der Kanzlerkandidatur als gewählte Parteivorsitzende von vorn zu führen." Auch Merz hatte sich 2018 vergeblich um den CDU-Parteivorsitz beworben.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Ruprecht Polenz, ehemaliger CDU-Generalsekretär und Ehrenvorsitzender der CDU Münster, teilte auf Twitter mit: "Chapeau, Annegret Kramp-Karrenbauer. Jetzt ist jede/r einzelne in der CDU-Führung (Präsidium, Bundesvorstand, und wer sich sonst dazu zählt) gefordert, den Ausschluss jeglicher Zusammenarbeit mit der faschistischen AfD durchzusetzen - gegenüber allen Parteigliederungen und auf allen Ebenen."

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Brok: "Mir ist schlecht"

"Ich halte den Rücktritt für falsch. Und deswegen ist mir nur noch schlecht", erklärte hingegen Elmar Brok, langjähriger Europaabgeordneter und Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe, am Rande der der CDU-Präsidiumssitzung.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Stand: 10.02.2020, 18:17