Laschet will Kopftuchverbot für Mädchen

Armin Laschet, Ministerpräsident NRW, auf einer Pressekonferenz

Laschet will Kopftuchverbot für Mädchen

  • Mädchen unter 14 soll Kopftuch verboten werden
  • Laschet und CDU-Vize Julia Klöckner dafür
  • Rückenwind für Vorstoß von Familienminister Stamp

In der Diskussion um ein Kopftuchverbot für religionsunmündige Mädchen unter 14 Jahren hat sich nun NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zu Wort gemeldet. Er befürwortet den Vorstoß von NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) und seiner Staatssekretärin Serap Güler (CDU), die ein Verbot fordern.

Laschet sagte, bei Kindern habe das Kopftuch nichts mit Religion zu tun: "Das nimmt den Kindern die Chance, selbst zu entscheiden. Und deshalb ist es ein guter Vorschlag, den wir auch umsetzen wollen."

Klöckner: Kinder brauchen Freiräume

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner betonte, Kinder bräuchten Freiräume, "wo es eben auch keine kruden Geschlechterbilder gibt". Sie halte weder etwas von Vollverschleierung noch von Kopftüchern für Kinder.

Auch der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner sprach sich für ein derartiges Verbot aus. Es sei verhältnismäßig und stärke die Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen.

Kopftuchstreit: Staat soll sich raushalten!

WDR 5 Westblick - aktuell | 09.04.2018 | 02:58 Min.

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Lehrer- und Immigrantenverbände für Verbot

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände (BAGIV), ein Zusammenschluss von 13 Verbänden aus elf Nationen, unterstützt den Vorstoß ebenso wie der Deutsche Lehrerverband.

Facebook-Post von Güler gelöscht

Unterdessen wurde ein Facebook-Post von Serap Güler gelöscht. Er enthielt ihr Zitat: "Einem jungen Mädchen ein Kopftuch überzustülpen ist pure Perversion. Das sexualisiert das Kind." Güler betont in einem weiteren Post, dass sie selbst den Eintrag nicht gelöscht habe, "das war Facebook 'persönlich'."

Stand: 09.04.2018, 16:19