Kampf gegen Clan-Kriminalität: "NRW geht den richtigen Weg"

Kampf gegen Clan-Kriminalität: "NRW geht den richtigen Weg"

  • NRW geht seit gut einem Jahr gegen Clan-Kriminalität vor
  • In Essen wird jetzt die Fortsetzung der Strategie diskutiert
  • Für Experte Sundermeyer ist der Weg richtig

Seit gut einem Jahr geht NRW gegen Clan-Kriminalität vor. Über die Fortsetzung der Strategie wird am Mittwoch (30.01.2019) bei einer Konferenz in Essen diskutiert.

Für Experte Olaf Sundermeyer ist der Weg richtig, sagt er im WDR-Interview.

WDR: Welche Dimensionen hat die Clan-Kriminalität in NRW?

Olaf Sundermeyer: Clan-Kriminalität umfasst nicht nur Organisierte Kriminalität wie Drogenhandel, Prostitution und Schutzgelderpressung. Dazu gehören auch zahlreiche Tumult-Delikte auf Straßen im Ruhrgebiet, wo sich Familien untereinander gewalttätige Auseinandersetzungen leisten.

Auch Angriffe auf Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes zählen dazu, ebenso wie die Einschüchterung von Zeugen bei Strafverfahren.

Olaf Sundermeyer

Olaf Sundermeyer arbeitet als Reporter für die RBB-Redaktion Investigatives und Hintergrund. Zu seinem Fachgebiet gehören unter anderem die Themen Organisierte Kriminalität, Extremismus und Populismus.

WDR: Was ist das Besondere an der Clan-Kriminalität?

Sundermeyer: Ihr Wesen besteht darin, dass sie für sozialen Unfrieden sorgt. Das ist der Grund, weshalb die Behörden in NRW nun einen großen Aufwand betreiben, die Clan-Kriminalität zu bekämpfen.

Es geht nicht nur um die Frage, wie viel Kokain in der Dortmunder Nordstadt durch Mitglieder arabischer Großfamilien verkauft wird. Es geht auch darum, wie sehr es für sozialen Unfrieden sorgt, wenn sich Leute auf der Straße gegenseitig über den Haufen schießen.

WDR: Was bringt die Null-Toleranz-Strategie von NRW-Innenminister Reul?

Sundermeyer: Diese sorgt dafür, dass dauerhaft Druck auf die Clan-Kriminellen ausgeübt wird. Das ist notwendig. Aber Großrazzien alleine können die Clan-Kriminalität nicht im Keim ersticken.

Wenn wir davon ausgehen, dass gescheiterte Integration eine wesentliche Schubkraft für diese Art von Kriminalität ist, dann erschließt sich ja schon, dass Polizei dieses Problem nicht alleine lösen kann.

WDR: Was muss dazu kommen?

Sundermeyer: Es geht darum, dass man die Kommunalverwaltungen mit ins Boot holt: die Ordnungsämter, die Sozialbehörden, die Schulbehörden, die Finanzämter. Das wird nun mit dieser Konferenz in Essen angestoßen.

Es geht dort um die Vernetzung der Polizei und der Staatsanwaltschaft mit anderen Verwaltungsstellen.

WDR: Von welchem Zeithorizont gehen sie aus?

Sundermeyer: Man hat in Düsseldorf deutlich erkannt, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. Dass man diese Art von Kriminalität hat gedeihen lassen.

Wie lange es aber dauert, dem erfolgreich entgegenzuwirken, kann ich nicht sagen - auch nicht, ob es überhaupt gelingen wird. Aber der Weg der jetzt eingeschlagen wird, den bezeichne ich als richtig.

Das Interview führte Dominik Reinle.

Migrationsforscher Ralph Ghadban über arabische Clans

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 24.01.2019 29:13 Min. WDR 5

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Stand: 30.01.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

8 Kommentare

  • 8 Kisters 31.01.2019, 06:50 Uhr

    Hallo, Mein Kommentar wurde gesperrt. Mir geht es darum, dass meine offene Kritik in Ihrem Hause wahrgenommen wird und bei Ihnen ein Umdenken stattfindet.

  • 7 Jean Malbranche 30.01.2019, 23:25 Uhr

    Das Problem der Deutschen mit Ausländern hat eine andere Ursache, die zwar erkannt und ausgesprochen wird aber darüber wird überhaupt nicht gesprochen. Egal ob es sich um den Umgang mit kriminellen Clans, oder mit zugezogenen Ausländern und den Flüchtlingen werden sie das Problem nicht lösen können, ohne dieses grundsätzliche Frage zu klären. Ich hab mich an vielen Stellen gewandt und sogar an den Oberbürgermeister meiner Stadt. Alle haben meine Einwände bestätigt, Keiner der Verantwortlichen aus der Regierung ist bereit gewesen, das Thema mit mir zu erörtern. Es gibt Probleme, die kann man nicht alleine ohne Hilfe von außen nicht lösen. Ich finde es sehr schade, aber wenn die Menschen nicht bereit sind, andere Meinungen zu hören, dann kann ich nichts dagegen machen. Ich bin unter der Nummer 02937827095 in Arnsberg zu erreichen.

  • 6 Mardin 30.01.2019, 21:58 Uhr

    Hallo, wir haben einen arabischen Hintergrund, und denken, dass viel mehr gegen Clankriminalität getan werden muss! Kurzfristig und langfristig! Polizeiliche Maßnahmen mit Beschlagnahmen von Geld und Gegenständen, wie den privaten Fuhrpark, treffen die einzelnen Mitglieder sehr, weiter so! Aussteigerprogramme bringen in diesem Milleu nichts, da Aussteiger sehr selten sind! Viele Grüße aus Berlin...

  • 5 Kisters 30.01.2019, 21:41 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er beleidigend ist. (die Redaktion)

  • 4 Heribert 30.01.2019, 19:44 Uhr

    Fortsetzung: ...NRW-Innenminister Reul, wenn auch verspätet, endlich eine Null-Toleranz-Strategie fährt. Was mich nur ärgert ist, dass die Kosten dieser Maßnahmen, dem Steuerzahler aufgebrummt werden. Wenn Kleinkriminelle Luxusautos und -uhren besitzen können, kann man denen nicht die Rechnung präsentieren. Deutschland ist ein Schlaraffenland für die Geldwäsche. Es hat ein Grund, warum sich die arabische, kriminelle Clans und osteuropäische Wirtschaftsflüchtlinge das Sozialsystem widerrechtlich ausnutzen. Nämlich: Es wurde und wird zugelassen. Wer will das egentlich? Wem nützt das?

  • 3 Heribert 30.01.2019, 19:43 Uhr

    Sehr geehrter WDR, wer hat diese Seite https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/konferenz-gegen-clan-kriminalitaet-102.html verfasst? Ich kann nicht entnehmen, welchem Sender oder Sendung der/die Redakteur/in angehört! Müssen nicht Redakteure wissen, wie man veröffentlicht? Zur Sache: Dem Experten Olaf Sundermeyer, dass der Weg richtig sei, möchte ich mich anschließen. Wobei gibt es auch nur einen einzigen klardenkenden Menschen, der das anderers sieht? Ich denke nicht, darin dürften sich doch sowieso alle einig sein. Was mich wirklich brennend interessiert ist, wer diese Entwicklung zugelassen hat. Das Problem ist doch seit etlichen jahren bekannt. Entweder muss die Polizei, Justiz oder Politik oder wer auch immer zuständig ist, vollkommen geschlafen haben oder dieser Zustand ist herbeigewünscht worden. Oder wie soll ich mir erklären, dass die Clan-Kriminalität überhaupt über Jahrzente so ausufern konnte. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Es ist sehr löblich, dass

  • 2 Meinemeinung 30.01.2019, 16:48 Uhr

    Dieser Kommentar wurde aufgrund des Ausdrucks "verblendete Gutmenschen" gesperrt.

  • 1 Emscherhusar 30.01.2019, 13:22 Uhr

    Dass man die Clankriminalität in der Vergangenheit hat gedeihen lassen, wie es H. Sundermeyer richtig beschreibt, ist auch einer der Hauptgründe, dass die SPD bei letzten Landtagswahl dort extrem starke Verluste erlitt, wo die Clans ihr Unwesen treiben. Die damals verantwortlichen SPD Minister Jäger und Kutschaty, die auf diesem Gebiet total versagt haben, sollte man noch nachträglich zur Verantwortung ziehen. H. Reul kann man nur wünschen, dass er einen langen Atem behält um diese organisierte Kriminalität auszurotten.