Plakativer Wahlkampf in Corona-Zeiten

Plakativer Wahlkampf in Corona-Zeiten

Von Rainer Striewski

  • Parteien starten in die heiße Phase des Kommunalwahlkampfes
  • Plakate müssen oft Veranstaltungen ersetzen
  • Corona beeinflusst Wahlkampf deutlich

Wie passend: Am heißesten Tag des Jahres starten viele Parteien in NRW auch in die heiße Phase des Wahlkampfes. Wer's bisher eher am Rande mitbekommen haben sollte, den erinnern die Kandidatinnen und Kandidaten nun meist fröhlich lächelnd auf unzähligen Plakatwänden in den Innenstädten an den 13. September - den Tag der Kommunalwahlen in NRW.

Kommunen geben Fristen vor

Außerhalb geschlossener Ortschaften durften die Plakate bereits drei Monate vor der Wahl aufgestellt werden. Die Plakatflächen in den Städten geben viele Kommunen allerdings erst sechs Wochen vor dem Wahltermin frei. In Düsseldorf ist's am Freitag (31.07.2020) um 18 Uhr soweit, dann darf offiziell in der Landeshauptstadt plakatiert werden.

Plakate werden durch Corona wichtiger

Dort enthüllte bereits am Freitagmittag Thomas Geisel das erste Motiv, mit dem der Sozialdemokrat in den kommenden Wochen für seine Wiederwahl als Oberbürgermeister wirbt. Gerade in der Corona-Krise nehmen Plakate für viele Kandidatinnen und Kandidaten eine zentrale Rolle im Wahlkampf ein.

"Man kann auch zu Corona-Zeiten mit den Menschen ins Gespräch kommen", so Geisel. Aber Plakate hätten nun eine größere Bedeutung im Wahlkampf eingenommen, weil es weniger Präsenz-Veranstaltungen gebe.

So viele Plakate wie noch nie

Stefan Engstfeld (Grüne)

Auch Stefan Engstfeld setzt auf Plakate

Die Düsseldorfer Grünen ziehen etwa mit 2.000 Plakaten in den Wahlkampf - so viele wie noch nie zuvor. "Ich glaube, dass Plakate in diesem Jahr wichtiger sind, weil das eine Möglichkeit ist, dass die Menschen einen sehen", erklärt Stefan Engstfeld, der nach der Wahl Thomas Geisels Platz im Rathaus einnehmen möchte. "Plakate werden noch einmal eine andere Gewichtung in diesem Wahlkampf haben", ist er sicher.

Viele Entscheidungen mit Spannung erwartet

Corona überschattet in diesem Jahr alles - nicht nur in Düsseldorf. In Dortmund etwa musste die SPD ihren Parteitag zur Vorbereitung auf die Kommunalwahl in einem Autokino abhalten. Dort tritt der bisherige Amtsinhaber Ulrich Sierau (SPD) nicht mehr an, ihm soll nach dem Willen der Sozialdemokraten Thomas Westphal nachfolgen.

Mit Spannung dürfte aber auch das Abschneiden des CDU-Kandidaten erwartet werden. Der geht nämlich mit einem Amtsbonus ins Rennen - allerdings den einer anderen Stadt. Noch ist Andreas Hollstein nämlich Bürgermeister in Altena, möchte nun aber an die Dortmunder Stadtspitze wechseln. Dorthin zieht's auch die frühere Landesparteivorsitzende der Grünen, Daniela Schneckenburger.

Überraschung in den großen Städten?

In Köln möchte die parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker in eine zweite Amtszeit starten. Wurde sie 2015 noch von einer breiten "Regenbogenkoalition" unterstützt, hat sie nun deutlich mehr Mitbewerber. Das könnte ihre Aussicht auf einen Erfolg bereits im ersten Wahlgang schmälern.

Gespannt dürften viele Wahlbeobachter auch nach Essen blicken. Viele waren überrascht, als Thomas Kufen (CDU) den bisherigen Amtsinhaber Reinhard Paß (SPD) in der Stichwahl deutlich auf den zweiten Platz verwies. Eine erneute Wechselstimmung kann der Amtsinhaber in diesem Jahr wohl kaum gebrauchen.

Stand: 31.07.2020, 17:28

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