Laschet kritisiert Düsseldorfer Ex-OB

CDU-Schlappe bei Stichwahl in Düsseldorf Aktuelle Stunde 16.06.2014 02:00 Min. Verfügbar bis 16.11.2019 WDR

"Sein erstes Wort war immer nur 'Ich'"

Laschet kritisiert Düsseldorfer Ex-OB

Von Rainer Kellers

CDU-Landeschef Laschet hat den abgewählten Düsseldorfer Oberbürgermeister Elbers am Montag (16.06.2014) mit ungewöhnlich harten Worten kritisiert. Sein Wahlkampf sei "ich-bezogen", Elbers selbst beratungsresistent gewesen. Einen solchen Alleingang will Laschet künftig nicht mehr tolerieren.

Man sieht Armin Laschet an, dass er geladen ist. Eigentlich soll es in der Pressekonferenz am Montag (16.06.2014) um Sturmschäden gehen. Doch kaum kommt die Sprache auf die zurückliegende Stichwahl in Düsseldorf, legt Laschet los. Schnell ist klar: Der CDU-Chef verschwendet keine Silbe daran, dem Wahlverlierer Dirk Elbers ein paar tröstende Worte mit auf den Weg zu geben. Im Gegenteil. Laschet rechnet mit dem unterlegenen Amtsinhaber regelrecht ab.

"Elbers hat nicht einmal zurückgerufen"

Elbers habe einen "ich-bezogenen" Wahlkampf geführt, schimpft Laschet. "Sein erstes Wort war immer nur 'ich'". Das werde vom Bürger nicht toleriert. Laschet sagt, er habe Elbers nach dem ersten Wahlgang der Kommunalwahlen seine Hilfe für die Stichwahl angeboten. Der Düsseldorfer OB habe aber nicht einmal zurückgerufen. "Er hat die Hilfe der Landespartei wohl nicht gewollt, weil er selbst weiß, wie man Wahlen gewinnt", sagt Laschet mit beißendem Sarkasmus. Es habe keinerlei Bereitschaft zum Dialog gegeben. In Zukunft, so Laschet, werde er es nicht mehr zulassen, dass ein Oberbürgermeister eine Wahl als "privat" ansieht.

Dirk Elbers geht zusammen mit Ehefrau die Treppe runter

Dirk Elbers geht zusammen mit Ehefrau die Treppe runter

Dies sind wahrlich ungewöhnliche Worte eines Landesvorsitzenden nach einer Wahl. Dirk Elbers hat es also nicht nur geschafft, in wenigen Amtsjahren den geballten Unmut der rot-grünen Landesregierung auf sich zu ziehen. Auch in der eigenen Partei ist er offenbar völlig unten durch. Wie auch bei den Düsseldorfern, die ihren OB abwählten, obwohl die Stadt seit Jahren von der CDU dominiert wird und in vielen Belangen hervorragend dasteht. Das Ergebnis der Stichwahl war nicht einmal knapp. Elbers Herausforderer Thomas Geisel von der SPD holte 59,2 Prozent.

Kann die CDU keine Großstädte gewinnen?

Laschet legt Wert auf die Feststellung, dass die Niederlage in Düsseldorf allein an der Person Elbers gelegen habe. Partei und Kreisvorsitzenden nahm er ausdrücklich von seiner Kritik aus. Er sieht die Pleite in der Landeshauptstadt auch nicht als Beweis dafür, dass die CDU nicht in Großstädten gewinnen könne. Schließlich hätten Hans Wilhelm Reiners in Mönchengladbach und Annette Littmann in Dortmund bewiesen, dass die CDU auch in Großstädten gute Ergebnisse erzielen könne. CDU-Generalsekretär Peter Tauber allerdings hatte zuvor das "mangelnde Gespür" der CDU für das städtische Lebensgefühl beklagt.

Kandidaten, die das "Wir-Gefühl" ausdrücken

Künftig jedenfalls will sich Laschet bei der Kandidatenwahl auf Kommunalebene einmischen. Das solle nicht heißen, dass die Landespartei von außen Vorgaben mache. Aber man müsse gemeinsam versuchen, in jeder Stadt die Menschen zu finden, die das "Wir-Gefühl" ausstrahlen. Das gelte zum Beispiel für Köln. In der größten Stadt des Landes wird schon 2015 ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Wer für die CDU antritt, steht noch nicht fest.

Stand: 16.06.2014, 13:59