Kämpfen für die Frauenquote: Junge Politikerinnen im Duisburger Stadtrat

Kämpfen für die Frauenquote: Junge Politikerinnen im Duisburger Stadtrat

  • Beide Frauen sind jüngste Fraktionsmitglieder
  • "Wir sind überaltert"
  • Frauenquote im Duisburger Rat solle steigen

Die Frauenquote im Duisburger Stadtrat liegt bei rund 37 Prozent - ein Wert über dem Landesschnitt von etwa 24 Prozent. Anna von Spiczak und Merve Özdemir sind zwei junge Frauen, die sich mit 31 und 24 Jahren als jüngste Mitglieder ihrer Fraktionen für Duisburg einsetzen, sich auch aus der gemeinsamen Ratsarbeit gut kennen.

"Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein könnten"

Trotzdem wünschen sich die beiden Politikerinnen, dass in Zukunft noch mehr junge Frauen im Rat von Duisburg vertreten sind. Dafür müsse sich aber grundsätzlich etwas ändern. "An Frauen werden natürlich gesellschaftlich auch andere Erwartungen gesetzt, sei es die Kindererziehung oder die Pflege von Verwandten. Wir machen das ja auch alles in unserer Freizeit, da muss man den Frauen auch entgegenkommen, damit sie das auch leisten können", sagt Anna von Spiczak, die seit vier Jahren für die Grünen im Stadtrat sitzt.

Kämpfen für die Frauenquote: Politikerinnen im Duisburger Stadtrat

Anna von Spiczak wünscht sich ein Mehrwegbecherkonzept für ganz Duisburg.

Sie setzt sich besonders dafür ein, dass weniger Müll in Duisburg produziert wird. Ein Projekt, das ihr dabei am Herzen liege: Wiederverwendbare Becher. In der Cafeteria der Universität in Duisburg holt sie sich einen Kaffee, statt Pappbecher nimmt sie einen rosafarbenen Mehrwegbecher. Ein Konzept, dass sie gut findet, gerne in ganz Duisburg etablieren möchte. Für sie auch ein Grund, überhaupt politisch aktiv zu sein: "Bei mir war es der Wunsch, etwas für den Klimaschutz zu tun, weil ich hier noch große Lücken sehe. Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein könnten."

Kämpfen für die Frauenquote: Politikerinnen im Duisburger Stadtrat

Merve Özdemir setzt sich in Ruhrort für Spielstraßen und Verkehrskontrollen ein.

Auch für Merve Özdemir ist die Arbeit als Politikerin Basis, um aktiv etwas zu ändern. Sie engagiert sich für die Duisburger Anwohner in Ruhrort. In der Dammstraße steht sie auf dem Bürgersteig, unterhält sich mit einem Anwohner und seinen zwei Söhnen, die auf Laufrädern zwischen den Beiden herfahren. Auf der Spielstraße gilt Schrittgeschwindigkeit. Doch immer wieder fahren Autos und Motorräder vorbei - deutlich zu schnell. Die 24-Jährige ärgert das: "Der fehlende Respekt, auch gegenüber den Kindern, finde ich sehr erschreckend."

"Wir müssen den ganzen Laden entstauben"

Auch wenn beide Frauen in ihren Parteien für unterschiedliche Ziele kämpfen, bei der Altersquote im Stadtrat sind sich einig. "Wir sind überaltert, auch in der Partei, das muss man auch mal so sagen können. Wir müssen den ganzen Laden entstauben, es gibt halt Interessen, die ein 60-Jähriger für Jugend nicht vertreten kann", sagt Merve Özdemir. Ratskollegin Anna von Spiczak ist sich sicher: "Wir wollen hier zusammen auf der gleichen Grundordnung leben, jeder sollte da mitgestalten, deswegen ist es umso wichtiger, dass die Jugend sich da auch miteinbringt."

Stand: 26.09.2018, 09:33

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