Street Art, Wlan, Parkanlagen - Themen spiegeln Generationenkonflikt

Street Art, Wlan, Parkanlagen - Themen spiegeln Generationenkonflikt

Von Fritz Sprengart

  • Junge Politiker interessieren sich für andere Themen
  • Bedenken gegen Neues bremsen Vorschläge oft aus
  • Langer Atem lohnt sich

Lars Dünnebacke (SPD) setzt sich als Stadtrat in Sundern dafür ein, dass die Parkplätze an der Röhr zurückgebaut werden. Stattdessen will er das Flussbett verbreitern und Bäume pflanzen. "Wir müssen Platz schaffen für die Jungen, damit die auch in Sundern bleiben", erklärt er. "Ansonsten bekommen wir irgendwann ein demografisches Problem."

Frau vor Trafogebäude

Lars Dünnebacke will mehr Grün in der Stadt

Doch Lars Dünnebacke bekommt Gegenwind im Stadtrat, vor allem von älteren Räten. Denn die wollen mit dem Auto möglichst nah an der Innenstadt parken. "Das kann ich ja auch gut nachvollziehen, dass die gerne kurze Wege zum Arzt oder der Apotheke hätten", zeigt sich Dünnebacke verständnisvoll. "Für uns Junge ist das aber einfach nicht so wichtig."

Neues führt oft zu Ablehnung

Themen, die jungen Stadträten wichtig sind, kommen bei älteren oft nicht an. Diese Erfahrung hat auch Lavinia Haupt gemacht. Sie sitzt für die SPD im Rat der Stadt Soest. Hier hat sie sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass ein Trafohaus mit Streetart besprüht wird. Auch hier hatten viele ältere Kollegen starke Vorbehalte. "Die Älteren haben da häufig noch so ein Klischeebild im Kopf, von vermummten Kids, die Nachts losziehen und Parolen sprühen", erklärt sie.

Junge können Vorbehalte nicht nachvollziehen

Frau vor Trafogebäude

Ein Thema: Kostenloses Wlan in der Innenstadt

"Das hat es ja noch nie gegeben" oder "Es ging doch auch bisher ohne", das sind Kommentare, die junge Politiker häufig zu hören bekommen. Das kennt auch Björn Eckert (B´90/Grüne). Er hat sich schon sehr früh für ein öffentliches Wlan in der Innenstadt von Kreuztal stark gemacht. "Es gab die Befürchtung, dass Leute dann zu Hause gar kein Internet mehr haben und sich dauernd in der Innenstadt aufhalten. Weil es hier umsonst ist", erzählt er.

Björn Eckert konnte die Bedenken überwinden. Das gelingt letztendlich recht häufig, erzählen auch die beiden anderen jungen Politiker. Auch wenn es viel Überzeugungsarbeit erfordert.

Stand: 27.09.2018, 09:58

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