Eigene Liste statt Parteikarriere

Eigene Liste statt Parteikarriere

Von Fritz Sprengart

  • Thomas Howe hält etablierte Parteien für zu überaltert
  • Junge Leute kämen dort zu wenig zu Wort
  • Die CDU in Soest weist den Vorwurf zurück

Wenn die Liste "Junges Soest" eine Fraktionssitzung abhält, dann sieht das eher so aus als würden sich Freunde auf einen Café treffen. Wenn jemand mal nicht kann, wird per SMS mit abgestimmt. "Wir sind flexibler", sagt Thomas Howe mit Blick auf die anderen Parteien im Rat. Er hat die Liste "Junges Soest" gegründet. "Wir schließen uns auch mal den Vorschlägen der anderen Parteien an. Egal, ob die von der CDU oder der SPD kommen. Der bessere Vorschlag gewinnt."

Zerwürfnis mit der CDU

Thomas Howe

Thomas Howe hat eine eigene Liste gegründet

Thomas Howe hat es auch bei der CDU versucht. Doch das hat nicht geklappt. Seine Zeit in der Ratsfraktion der Christdemokraten endete in einem großen Zerwürfnis. "Da sind viele alte Leute, die die Partei dominieren. Da dürfen viele mitklatschen und mitnicken, aber nur wenige entscheiden. Und die, die entscheiden, sind seit Jahrzehnten dieselben Personen."

Das will der Geschäftsführer der Soester CDU, Guido Niermann, so nicht stehen lassen: "Thomas Howe war mit inhaltlichen Entscheidungen, die wir getroffen haben nicht einverstanden, das ist alles." Außerdem habe Howe "Regeln des sozialen Anstands" verletzt. Es soll um "persönliche Diffamierungen" gegangen sein. Thomas Howe kann diese Vorwürfe nicht nachvollziehen.

Karriere in einer etablierten Partei

Lavinia Haupt

Lavinia Haupt engagiert sich in der SPD

Dass junge Leute auch in etablierten Parteien eine Chance haben, zeigt Lavinia Haupt. Sie ist mit 21 in die SPD eingetreten. Da gibt es auch jede Menge alte Hasen. Doch das stört sie überhaupt nicht. "Es sind Leute da, die einem mit ihrem Wissen zur Seite stehen und Sicherheit geben", sagt die Ratsfrau. "Für mich war das der richtige Weg."

Stand: 26.09.2018, 14:29

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