Kommentar zu van Laack: "Preislich günstiger, moralisch teuer"

Ein Transporter des Modeherstellers van Laack entlädt Schutzausrüstung im Landeslager Schutzausruestung NRW

Kommentar zu van Laack: "Preislich günstiger, moralisch teuer"

Von Christoph Ullrich

Van Laack bekommt nun doch einen Landesauftrag für Stoffmasken. Die braucht zwar bei der Polizei keiner mehr, aber der Deal musste gemacht werden. Um noch größeren Schaden zu verhindern, meint unser Kommentator.

Sehen wir doch erst einmal das Gute an der Sache: Kaum ein Auftrag wird schneller erledigt sein, als dieser. Die Masken sind fertig produziert und können sofort geliefert werden. Wobei das ja eigentlich auch schon wieder das Problem an der ganzen Sache umschreibt.

Peinlicher Maskendeal

Dieser sogenannte "Maskendeal" ist für die Landesregierung nur noch peinlich. Jetzt sogar mit offizieller Auftragsbestätigung. Um einen noch größeren Flurschaden zu vermeiden, musste diese Ausschreibung zur Gesichtswahrung aller Beteiligten über die Bühne gehen.

Was war passiert? Van Laack bekam einen Auftrag für Polizei-Stoffmasken aus dem Innenministerium. Allerdings war das alles nicht korrekt vergeben worden, das ganze musste rückgängig gemacht werden. Das war die Kirsche auf die Sahnetorte einer Geschäftsbeziehung, die zwischen Landesregierung und Unternehmen begann, nachdem Armin Laschet - auf Hinweis seines Sohnes - sonntags zum Hörer griff und den van-Laack-Chef anrief. 

Prozess musste vermieden werden

Was folgte waren Debatten um unlautere Absprachen, unkorrekte Vergaben und ein Unternehmen, das auf mehr als eine Millionen Masken mit Polizeilogos sitzen blieb - unbrauchbar für den sonstigen Einsatz. Also musste - zeitlich passend zur Einführung der weitreichenden Pflicht, medizinische Masken zu tragen - ein Auftrag ausgeschrieben werden: Für Stoffmasken, mit denen man in NRW in keinen einzigen Supermarkt mehr kommt. Warum? Ganz einfach: Wenn van Laack ultimativ auf den Dingern sitzen geblieben wäre, hätte das Unternehmen auf Entschädigung klagen können, ja fast schon müssen. 

So ein juristisches Verfahren hätte - zur Freude der Opposition - ziemlich viel Transparenz geschaffen. Die aber sicher keiner der Beteiligten will: Weder Regierung noch Unternehmen. So also jetzt dieser Auftrag, der für das Land mit etwas über 600.000 Euro zwar monetär günstiger ausgeht aber moralisch teuer bleibt.

Stand: 14.05.2021, 15:30