Kommentar zur CDU-Reaktion auf Rezo

Der Youtuber Rezo hat ein Video mit dem Titel  "Die Zerstörung der CDU" online gestellt.

Kommentar zur CDU-Reaktion auf Rezo

Von Marcel Heberlein

  • Kommentar zur Reaktion der CDU auf Rezo-Video
  • "Zeigt, wie wenig die Partei das Internet versteht"
  • Auf inhaltliche Kritik geht die CDU nicht ein

Was für ein Desaster. Wie große Teile der CDU auf Rezos Video reagiert haben, zeigt, wie wenig die Partei das Internet versteht und dass der Youtuber leider sehr recht hat. Der Impuls bei der CDU ist: Kritik von jungen Menschen – abwerten, abtun, lächerlich machen. Erst nach Tagen unter Dauerbeschuss rudert die Partei ein bisschen zurück.

Vorher aber fragt Parteichefin Kramp-Karrenbauer spöttisch, warum die CDU nicht auch noch für die biblischen Plagen verantwortlich gemacht wird. Auf inhaltliche Kritik geht sie nicht ein. Generalsekretär Ziemiak nannte das Video erst eine "Vermischung von Pseudofakten", jetzt hat er offensichtlich gemerkt, dass das kein besonders cleverer Schachzug war und fordert den Youtuber auf, öffentlich mit ihm zu streiten.

Youtuber gegen Berufspolitiker

Ein Youtuber gegen einen Berufspolitiker – besonders fair wäre das nicht. Aber okay, immer noch eine bessere Reaktion als ein Gegen-Video zu drehen, den Hype damit noch zu schüren und das Video dann nicht zu veröffentlichen. Was die CDU ja erstaunlicherweise auch geschafft hat. Etwas versprechen, es dann aber nicht einhalten, wie die Regierung beim Klimaschutz. Ha, ironisch.

Das Rezo-Video: Wie CDU, CSU und SPD junge Wähler verprellen

WDR RheinBlick 23.05.2019 26:36 Min. WDR Online

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Ein kleiner Trost für die CDU

Arroganz und Unkenntnis spricht sogar aus der Pressemitteilung der CDU, obwohl die sicherlich einige Menschen korrekturgelesen haben: "Die Währung von YouTubern sind Klickraten", heißt es da. "Die Währung einer Volkspartei wie der CDU ist Vertrauen." Als wenn hinter Klicks bei Youtube keine Menschen stehen würden. Und als wenn Youtube-Nutzern Vertrauen egal wäre.

Das Gegenteil stimmt: Eben weil sie etablierten Medien, und auch Politikerinnen und Politikern nicht mehr vertrauen, lassen sie sich lieber von scheinbar authentischen Youtubern die Welt erklären. Der einzige Trost für die CDU dürfte sein, dass viele, die das Rezo-Video gesehen haben, wahrscheinlich noch nicht wählen dürfen.

Stand: 23.05.2019, 18:56