Kommentar: Die Milliarden müssen ins Ruhrgebiet!

Passanten gehen über die Weseler Straße im Stadteil Marxloh

Kommentar: Die Milliarden müssen ins Ruhrgebiet!

Von Wolfgang Otto

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IDW) schlägt Alarm: Das Ruhrgebiet fällt in der wirtschaftlichen Entwicklung immer weiter zurück. Höchste Zeit zum Umsteuern, meint Wolfgang Otto.

An schlechte Nachrichten zur wirtschaftlichen Situation im Ruhrgebiet haben wir uns ja leider schon gewöhnt. Hohe Arbeitslosigkeit, niedriges Wirtschaftswachstum und leere Kassen sind traurige Markenzeichen unserer Ruhrgebiets-Städte geworden. Doch die jüngste Studie bringt jetzt doch noch einmal neue Dramatik in das traurige Bild. Wir dachten ja bisher immer: Das Ruhrgebiet liegt hinten, aber es holt auf. Heute erfahren wir: Das stimmt nicht.

Das Ruhrgebiet fällt weiter zurück

Bild von Wolfgang Otto

Wolfgang Otto

Zwar verzeichnet auch das Ruhrgebiet sinkende Arbeitslosenzahlen und Wirtschaftswachstum. Aber in weit geringerem Umfang als fast alle anderen Regionen in Deutschland. Im Klartext: Das Ruhrgebiet holt nicht auf, es fällt im Bundesvergleich weiter zurück. Das heißt auch: Das Ziel aller Landesregierungen der letzten 30 Jahre, das Ruhrgebiet wieder an das Hauptfeld der prosperierenden Regionen in Deutschland heranzuführen, wurde nicht erreicht.

Der Vorwurf trifft weniger die aktuelle schwarz-gelbe Landesregierung, weil die Forscher nur die Zahlen bis 2017 unter die Lupe genommen haben. Aber auch Ministerpräsident Armin Laschet sollte alarmiert sein. Denn der trat vor zwei Jahren unter anderem mit der Ankündigung an, sich wieder mehr um das Wohlergehen der Bürger in den ländlichen Räumen kümmern zu wollen.

Hohe Schuldenlasten

Das aber ist der falsche Ansatz. Die Studie weist nach: Die Probleme liegen in den Städten des Ruhrgebiets. Da muss das Geld hin. Für bessere Kitas, Schulen und Hochschulen. Und in die Kassen der klammen Kämmerer, die unter hohen Schuldenlasten ächzen. Da wird das Geld viel dringender gebraucht als zum Beispiel für schnelles Internet in Ostwestfalen-Lippe oder die Batterieforschungs-Fabrik im Münsterland.

Stand: 08.08.2019, 16:31