Kommentar: Laschets Widersprüche

Kommentar: Laschets Widersprüche

Von Christoph Ullrich

Armin Laschets Corona-Politik bleibt diffus. Sein Handeln und sein Reden passen immer weniger zusammen. Ein Kommentar.

Warum handelt Armin Laschet nicht? Diese rhetorische Frage ist zweifelsohne angemessen, aber sie ist falsch. Armin Laschet handelt nämlich doch. Er verlängert ein wenig die Fristen für mögliche Öffnungen, lässt die Schulen - nach einer Panne bei der Testlogistik - wieder in den Wechselunterricht; und er sichert rechtlich - sobald möglich - die Modellkommunen ab. Das ist Handeln. 

Laschet ist voll von Widersprüchen

Aber es passt halt nicht zum Reden. Noch immer spricht Laschet von einem harten Lockdown, den es brauche. Der sei ja nur an den anderen SPD-geführten Ländern gescheitert - während er selbst sich im Gegenzug nicht traut, ihn für NRW zu verhängen. Mehr noch: Sein Fraktionschef im Landtag greift ganz offen seinen Amtskollegen von der SPD an. Warum? Weil der mögliche Ausgangsbeschränkungen zumindest für prüfenswert hält. Die Schulen gehen in den Wechselunterricht, nach einer Woche Distanzunterricht. Begründet wurde der nach-österliche Schulstart im HomeSchooling mit dem diffusen Infektionsgeschehen. Jetzt, wo die Zahlen noch mehr gestiegen sind, wird wieder mehr Präsenzunterricht möglich gemacht.  

An den Witzen selber Schuld

Es passt halt einfach alles nicht und ist voll von Widersprüchen. Armin Laschet hat sich in seiner Landtagsrede am Donnerstag darüber beschwert, dass man sich über seinen Begriff Brückenlockdown lustig gemacht habe. Und damit hat er Recht. Aber er braucht nicht die Schuld dafür bei denen zu suchen, die ihre Witze gemacht haben. Vielleicht sucht er sie bei sich selber: Denn es ist ja gerade sein Reden, dass nicht zu seinem Handeln passt.

Laschet vs. Söder - Der CDU-Schlamassel

WDR RheinBlick 15.04.2021 27:24 Min. Verfügbar bis 15.04.2022 WDR Online


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Stand: 15.04.2021, 15:24

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