Bis 2030: Zwei Drittel der NRW-Braunkohlekraftwerke weg?

Bis 2030: Zwei Drittel der NRW-Braunkohlekraftwerke weg?

Von Stefan Lauscher

  • Das Aus für zwei Drittel aller Braunkohlekraftwerke bis 2030?
  • Aktueller Diskussionsstand der Kohlekommission
  • Rund sieben von zehn Gigawatt gingen vom Netz
Kommentare (6)

In Nordrhein-Westfalen könnten bis 2030 rund zwei Drittel der jetzt laufenden Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Danach wären nur noch die drei relativ modernen sogenannten BoA-Kraftwerke (Braunkohlekraftwerke mit optimierter Anlagentechnik) in Betrieb. Nach WDR-Informationen ist das der aktuelle Diskussionsstand in der Kohlekommission des Bundes kurz vor Beginn der entscheidenden Schlussberatungen am Freitag (25.01.2019) in Berlin.

In Zahlen ausgedrückt hieße das: Von den jetzt rund zehn Gigawatt Braunkohle-Kraftwerksleistung im Rheinischen Revier würden bis 2030 rund sieben Gigawatt vom Netz gehen. Ähnlich einschneidend sehen die bundesweiten Pläne aus. Aktuell sind Stein- und Braunkohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 46 Gigawatt am Netz. Bis 2030 sollen davon nur 18 Gigawatt übrig bleiben.

Milliardenschwerer Wertschöpfungsverlust

Aus einer dem WDR vorliegenden Studie des RWI geht außerdem hervor, wie groß der Wertschöpfungsverlust durch einen vorzeitigen Ausstieg aus der Kohleverstromung wäre. Diese bislang geheime Studie ist Teil der Beratungen der Kohlekommission.

Durch wegfallende Arbeitsplätze, Löhne oder Steuern würde demnach bundesweit ein Wertschöpfungsverlust von 62 Milliarden Euro entstehen. Die Forderung der Kohleländer nach Strukturhilfen des Bundes bewegt sich in fast exakt dieser Höhe.

Ob der Bund konkrete Finanzierungszusagen machen wird, ist derzeit aber fraglich. Die Vorschläge der Kohlekommission sind für die Politik nicht bindend.

Stand: 24.01.2019, 00:05

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Stromer 25.01.2019, 16:15 Uhr

    Leider wurde das Thema Versorgungssicherheit nur so nebenbei behandelt, in der Tat reden bei den Regenerativen alle von „ installierter Leistung“ was bedeutet, wieviel Strom im absolut (allerdings noch nie dagewesenen) glücklichsten Fall geliefert wird! Im Schnitt ( und das bedeutet nicht permanent) liegt die gelieferte Leistung bei Sonne unter 10% und bei Wind um die 25 %, das kann mal viel, mal nix sein! Damit kann ich aber keine Netzstabilität aufrecht erhalten! Also Gaskraftwerke sind die Lösung, 3xso teuer wie Kohlestrom und Abhängigkeit von Putin! Wieviel Gas auf dem Weg von Sibirien verloren geht wird nicht betrachtet und die Gasbestandteile die unverbraucht entweichen sind 100-Fach schädlicher als CO2 bei der Kohleverstromung! Deutschland schafft sich selber ab, dank Politiker, die gerne den Nobelpreis haben wollen und Junkernachfolgerin sein möchte, soviel dazu!

  • 5 nrw-bürger 24.01.2019, 22:59 Uhr

    Nicht vergessen - nicht nur von 46.000 MW auf 18.000 MW runter - weniger als die Hälfte - auch die Kernkraft mit derzeit 8000 MW ist dann weg. Dumme Frage - wenn nachts der Wind nicht weht - woher kommt dann der Strom? Mit Kernkraft sind dann ZWEI DRITTEL der Grundlast (läuft immer!) weg. Das ist Strom-Selbstmord. Öko-Strom speichern in dieser Leistung? Oder teure Gas-Kraftwerke bauen (auch Massen CO2)? Unser Land dreht durch. So gibt es auch beim Strom noch Chaos. Firmen werden abhauen - und die Verbraucher - also wir alle - zahlen die Zeche. Teurer wirds immer. Danke, Bundesregierung - Danke "Ökos". ------Fällt der Strom ganz aus, sparen wir hoffentlich immerhin CO2.

  • 4 DerDieDas 24.01.2019, 21:09 Uhr

    Fazit: Was wurde erreicht? Die Braunkohlekraftwerke werde nach und nach abgeschaltet. Wäre spätestens 2045 eh passiert. Nun passiert es ein paar Jahre früher. Das wird den Steuerzahler Milliarden kosten, der Privatverbraucher wird ebenfalls zur Kasse gebeten, da die Kosten ja irgendwer tragen muss. Die neue Infrarstruktur, sprich Stromtrassen sowie Gaskraftwerke sind nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Am Ende werden 30000 Arbeitsplätze geopfert, es werden ein paar Hektar Wald gerettet, halbleere Dörfer werden nicht abgerissen, Strompreise steigen, die Großindustrie wandert ab und ein Klimaziel wird nicht erreicht da die CO2 Zertifikate nun von Polen gekauft werden und somit nur verschoben werden. Zudem ist der CO2 Anteil der Energieversorgung am Weltklima im Promillebereich. Für ein paar Jahre vorzeitigen Ausstieg aus der Braunkohle ist das ein ganz schöner Preis. Aber wenigstens bleibt Hambi und ein paar Fanatiker gewinnen ihren Krieg im Forst. Armes Hysterisches Deutschland.

    Antworten (1)
    • Frank H. 25.01.2019, 18:14 Uhr

      Danke DerDieDas, mehr kann man es nicht auf den Punkt bringen, Der Staat begeht Selbsmord und läßt sich in die Knie zwingen. Social Media und unsere öffentlich Rechtlichen haben ganze Arbeit geleistet. Die Objektivität ist dem Populismus zum Opfer gefallen. Da kann der WDR stolz sein, mit seiner Lückenpresse.

  • 3 Alemannia 24.01.2019, 20:07 Uhr

    Bei dem heutigen bedeckten, kalten und windarmen Wetter mußte Deutschland über Stunden 2GW importieren. Wenn wir jetzt noch 9GW Atomstrom plus 7-10GW Kohlestrom ohne Ersatz abschalten, wird es bald schwierig.

    Antworten (1)
    • nrw-bürger 24.01.2019, 23:01 Uhr

      Strom importieren? Atomstrom? Kohlestrom? Nix gespart an CO2. Und von anderen abhängig. Das ist keine Strategie, das ist dumm. Man sollte schon mal die kleinen Stinker-Generatoren kaufen, die dann selber Strom machen. Wer will schon sein Gefrier-Essen in 3 Tagen selber essen, wenn der Strom ausfällt. Entwicklungsland Deutschland.

  • 2 Mich@ 24.01.2019, 19:09 Uhr

    .....und weil RWE nicht mehr die Umwelt zerstören darf kriegen sie noch Milliarden reingeschoben. Das kennen wir ja schon vom Atom Ausstieg. friday for future!

  • 1 Bernie F. 24.01.2019, 16:45 Uhr

    Ich frage mich, wie der "Obergrüne S. Lauscher" beim WDR an die angeblichen Infos aus der Kohlekommission kommt?. Vermutlich hat ein Grüner-Freund aus der Kommission dies so an L. "durchgestochen". Die Frage ist nur, hat NRW bis 2030 die nötige Ersatzenergie und sogar noch was mehr, denn wie man weiß, steigt der Stromverbrauch bis dahin ohnehin noch. Außerdem ist die Frage der Entschädigung für die Kraftwerksbetreiber, die Zulieferbetriebe, die Mitarbeiter mit ihren Familien und für alle Stromkunden in NRW, sehr schwammig! Herr L. machen Sie bitte mit Ihren Grünen Ideen, nicht vorher die "Pferde scheu" ! Manchmal ist weniger Mehr !!!!!

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    • linux 24.01.2019, 17:54 Uhr

      "Die Frage ist nur, hat NRW bis 2030 die nötige Ersatzenergie und sogar noch was mehr, denn wie man weiß, steigt der Stromverbrauch bis dahin ohnehin noch." Vielleicht braucht man den Strom dann nicht mehr zu Verschenken. https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/negative-strompreise-deutschland-verschenkt-tausende-euro-ans-ausland-die-rechnung-zahlt-der-verbraucher_id_8309486.html