NRW-Justizminister will mehr Freiheit im Knast

Ein Häftling malt in der Justizvollzugsanstalt Aachen ein Bild

NRW-Justizminister will mehr Freiheit im Knast

  • Erste Knastkultur-Woche in 20 NRW-Gefängnissen
  • Motto: "Kunst kennt keine Grenzen"
  • Justizminister: Kunst vermittelt Gefühl der Freiheit

Meereslandschaften, ein Papst-Porträt, Mystery-Szenen - im Flur des Aachener Gefängnisses hängen ganz unterschiedliche Bilder im Rahmen der ersten landesweiten Knastkultur-Woche. Daran nehmen 20 von 36 NRW-Gefängnissen teil. Bis Freitag (17.11.2017) finden Workshops, Ausstellungen, Lesungen und Konzerte statt.

NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) betont die integrative Kraft der Knastkultur für die Insassen: "Für viele ist es die erste Anerkennung ihrer Arbeit oder ihrer Persönlichkeit überhaupt." Kunst vermittle ein Gefühl der Freiheit, sich auszudrücken.

Baustein der Resozialisierung

Häftlinge führen in der JVA Aachen ein Theaterstück auf

Häftlinge führen in der JVA Aachen ein Theaterstück auf

Die Knastkultur ist nach Angaben des Justizministeriums seit vielen Jahren landesweit als wesentlicher Baustein der Resozialisierung etabliert. Diese fängt für die Leiterin der Aachener JVA, Reina Blikslager, bei der sinnvollen Freizeitgestaltung an.

"Viele Straftaten entstehen ja auch schon aus schierer Langeweile", sagt sie. In der Aachener Anstalt sitzen gut 740 verurteilte Straftäter ein, viele mit langen Haftstrafen.

Offen für Besucher

Einige Veranstaltungen sind für Besucher geöffnet, wie etwa der Vortrag des Musikers, Unternehmers und Extremsportlers Joey Kelly in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne. In der JVA Castrop-Rauxel wollen Insassen und Ehrenamtliche gemeinsam musizieren.

In der JVA Dortmund haben Gefangene und Bedienstete sieben Torbögen der Anstalt gestaltet, und wollen das Projekt der Öffentlichkeit vorstellen. Zuschauer dürfen auch ins Aachener Theaterstück "Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum".

Stand: 15.11.2017, 11:20