"Knast-Bienen" sollen Häftlingen und Umwelt helfen

Eine Biene auf einer Blüte in Gelsenkirchen

"Knast-Bienen" sollen Häftlingen und Umwelt helfen

  • Vier Gefängnisse in NRW züchten Bienen
  • Drei bis vier Millionen Tiere
  • Positive Effekte für Umwelt und Häftlinge

Rund drei Millionen "Knast-Bienen" werden in nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten (JVA) von Häftlingen betreut. An dem 2016 in der JVA Remscheid gestarteten Programm, beteiligen sich inzwischen drei weitere Anstalten: Schwerte, Castrop-Rauxel und Gelsenkirchen.

Balkon und Garten für Bienen bepflanzen

WDR 2 06.04.2019 03:45 Min. Verfügbar bis 05.04.2020 WDR Online

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Verantwortung durch Bienenzucht

"Die Haltung von Bienen durch Justizvollzugsanstalten ist eine kreative Idee, die zum Nachmachen einlädt", sagte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) am Donnerstagabend (25.04.2019). "Mit der Pflege der Bienen übernehmen unsere Gefangenen Verantwortung für andere Lebewesen und entwickeln Umweltbewusstsein."

Wo sind die Insekten geblieben? Planet Wissen 24.04.2019 58:32 Min. UT Verfügbar bis 24.04.2024 WDR

Gleichzeitig wirkten sie dem Insektensterben entgegen und erhielten durch ihre Arbeit Erfolgserlebnisse, die anspornten.

Gefangene betreuen 68 Bienenvölker

Bislang werden durch die NRW-Anstalten 68 Bienenvölker mit einer Jahrespopulation zwischen drei und vier Millionen Tieren betreut. Die Anstalten unterhalten eigene Bienen-Gärten, kooperieren mit örtlichen Obstbauern und helfen mit Wildbienen bei der Renaturierung der Emscher. Zudem werden Bienenhäuser gebaut und Honig verkauft.

"Die Schonung der Umwelt und die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen ist ein zentrales Thema unserer Zeit und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der auch der Justizvollzug mitwirken kann", erklärte Biesenbach.

Stand: 26.04.2019, 08:06

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Atze 26.04.2019, 19:49 Uhr

    Eine scheinbar gute Idee, arbeiten mit Bienen. Nirgendwo wurde allerdings recherchiert, wie viele Insassen als " Imker" mit den Bienen zu tun haben. Wenn da mal 400-500 Gefg. in einer JVA sind, werden und können sich nicht alle mit den Bienenstöcken beschäftigen. Da wäre es schon interessant zu wissen, wieviele Gefg. da eine herausgehobene Aufgabe übernommen haben. Zudem die Frage, weshalb findet dieser Kontakt mit den fleissigen Bienen nur in JVAen statt, die sich im westfälischen Teil unseres Bundeslandes befinden?