Archivfoto: Joachim Stamp (19.11.2021)

Stamp: Omikron überwiegend harmlos für Kinder

Stand: 21.02.2022, 16:23 Uhr

Familienminister Stamp (FDP) hat in einem Brief an Eltern betont, dass das Risiko für Kita-Kinder bei einer Coronainfektion gering sei. An anlasslosen Tests hält das Land noch fest.

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat sich in die Diskussion über Folgen einer Corona-Erkrankung eingeschaltet. In einem Brief an die Eltern von Kita-Kindern bemüht sich der Minister um Beruhigung.

Wissenschaftler gingen klar davon aus, dass schwere Verläufe bei Kindern die "absolute Ausnahme" seien, schrieb Stamp am Montag in einem vom Ministerium veröffentlichten Brief an Eltern und Beschäftigte in Kitas und Kindertagespflege: "Ich bin erleichtert, dass sich Omikron für unsere Kinder und für geimpfte Beschäftigte im Verlauf als überwiegend harmlos herausgestellt hat."

Höheres Risiko durch seelische Erkankungen oder Übergewicht

Grundsätzlich gehöre ein krankes Kind aber nicht in die Betreuung, schrieb der Minister. Experten bewerteten die Risiken einer seelischen Erkrankung, von Suchtverhalten oder starkem Übergewicht als Folge pandemiebedingter Einschränkungen aber um ein Vielfaches höher als die Folgen einer Corona-Erkrankung.

Das gelte auch unter Berücksichtigung der insbesondere bei Kita-Kindern ebenfalls sehr seltenen Phänomene PIMS und Long-Covid. "Zudem wäre der Einfluss auf die Verbreitung des Coronavirus in der Omikron-Variante durch derartige Maßnahmen gering. Für die Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen und für Kindertagespflegepersonen ist es wichtig, dass sie den vollen Immunschutz haben. Die vollständige Impfung inklusive Boosterung stellt einen wirksamen Schutz gegen einen schweren Verlauf dar", so Stamp.

Aktualisierte Anweisungen zu Infektionen und Tests

In einem aktualisierten Leitfaden zum Umgang mit einem Corona-Infektionsfall heißt es: Sollte ein Selbsttest positiv ausfallen und ein dann verpflichtender PCR-Test oder eine Kontrolle im Testzentrum das Ergebnis bestätigen, bestehe für das Kita-Kind automatisch bis zu zehn Tage lang eine Isolierungspflicht.

Stamp in dem Rundschreiben: "So beginnt künftig die Testpflicht in der Kindertagesbetreuung nicht nur bei einem positiven PCR-Test, sondern auch bei einem positiven Schnelltest, der in einem Testzentrum durchgeführt."

Die Dauer der Testpflicht werde an die aktuellen Isolierungs- und Quarantänezeiten angepasst und betrage nun zehn Tage, in denen insgesamt vier Tests vorgelegt werden müssen. Stamp weiter: "Gemeinsam mit den Kinderärztinnen und Kinderärzten, aber auch Infektiologen erörtern wir, ob und wie lange anlasslose Tests notwendig sind. Trotz der fallenden Infektionszahlen sehen wir im Moment noch die Notwendigkeit, daran festzuhalten. Ich bitte Sie daher dringend, die Tests mit Ihren Kindern konsequent durchzuführen."