Grundschullehrermangel regional unterschiedlich

Grundschullehrermangel regional unterschiedlich

Von Peter Schneider

  • Im November wurde nur jede dritte freie Grundschullehrerstelle besetzt
  • Bilanz regional sehr unterschiedlich
  • Große Probleme etwa in Duisburg und Mönchengladbach
Montage: Leeres Klassenzimmer, Karte von NRW

848 Stellen waren bis Anfang November landesweit für Grundschullehrer ausgeschrieben. Der WDR hat bei den Bezirksregierungen nach Ablauf des Ausschreibungsverfahrens nachgefragt. Die Bilanz: 64,2 Prozent der Stellen blieben unbesetzt.

Die Datenlage

Die verwendeten Daten haben die Bezirksregierungen Köln, Düsseldorf, Münster, Detmold und Arnsberg auf Anfrage des WDR zusammengestellt. Sie beziehen sich auf die zum 1. November 2017 ausgeschriebenen Stellen für Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen sowie die so genannte Vertretungsreserve. Stellen, für die das Auswahlverfahren noch nicht abgeschlossen war, wurden als unbesetzt gewertet.

Regionale Unterschiede bei Angebot und Nachfrage

Die Zahlen zeigen zweierlei: Zum einen, dass es große Unterschiede in den Regionen gibt, was die Zahl der ausgeschriebenen Stellen betrifft. Zum anderen, dass es in bestimmten Regionen offenbar schwierig ist, die freien Stellen neu zu besetzen. Besonders problematisch wird es für die Kommunen dann, wenn viele offene Stellen auf wenige Bewerber treffen.

Großer Bedarf im Ruhrgebiet

Gesucht werden Grundschullehrer vor allem im Ruhrgebiet - und das mit nur mäßigem Erfolg. Von den 88 Stellen, die in Duisburg ausgeschrieben waren, konnten nur acht tatsächlich besetzt werden. Etwas besser ist die Bilanz in Essen: Dort wurde zumindest jede Dritte der 71 ausgeschriebenen Stellen besetzt. Mit 24 Stellen wurden in keiner anderen Stadt in NRW so viele Positionen besetzt wie in Essen.

Keine passenden Bewerber in Mönchengladbach

In Mönchengladbach, Herne und dem Kreis Steinfurt wurde dagegen keine der ausgeschriebenen Stellen besetzt. Besonders dramatisch ist die Lage in Mönchengladbach: Von 31 ausgeschriebenen Stellen blieben alle offen. In Herne dagegen war nur eine Stelle ausgeschrieben, im Kreis Steinfurt waren es vier.

Ebenfalls einen besonders hohen Prozentsatz an offenen Stellen haben diese Kreise bzw. kreisfreien Städte: Kleve (89,5 Prozent), Remscheid (89,5 Prozent), Krefeld (87,9 Prozent), Viersen (85,7 Prozent) und Mettmann (81,3 Prozent).

Acht Kreise und Städte konnten alle Stellen besetzen

Dem stehen im Landesvergleich acht Kreise und kreisfreie Städte gegenüber, bei denen alle ausgeschriebenen Stellen seit dem 1. November tatsächlich besetzt sind. Allerdings waren dort in Summe nur 41 Stellen ausgeschrieben - noch nicht einmal die Hälfte des Bedarfs, den allein Duisburg decken muss.

Nächste Bewerbungsrunde im Februar

Wie die Bezirksregierungen mitteilten, findet die nächste Ausschreibungsrunde für Grundschullehrerstellen im Februar statt.

Stand: 27.11.2017, 06:00