NRW verdoppelt Kältehilfen für Obdachlose

Ein Obdachloser Mann liegt in einem Schlafsack auf der Straße

NRW verdoppelt Kältehilfen für Obdachlose

  • 200.000 Euro für Schlafsäcke und Isomatten
  • Rechtsanspruch auf Unterbringung
  • Rund 45.000 Menschen in NRW wohnungslos

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Kältehilfen für Obdachlose auf 200.000 Euro verdoppelt. Mit den Mitteln wolle das Land Bedürftigen unkompliziert helfen, damit sie nicht erfrieren, erklärte Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag (12.12.2019) in Düsseldorf.

Obdachlose in der Kälte

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 18.11.2019 03:39 Min. Verfügbar bis 14.11.2020 WDR 5 Von Silke Tornede

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Unbürokratisches Verfahren

Die freien Träger der Wohnungslosenhilfe können die Fördergelder in einem unbürokratischen Verfahren beantragen, um etwa Schlafsäcke und Isomatten zu beschaffen und an Menschen zu verteilen, die auf der Straße leben. Im vorigen Winter hatte das Ministerium erstmals dafür Mittel zur Verfügung gestellt.

Laumann betonte, in Deutschland müsse niemand unter freiem Himmel leben. Es sei Aufgabe der Kommunen und Kreise, Obdachlosen eine Unterkunft anzubieten. Viele von ihnen stellten im Winter zusätzliche Notschlafplätze zur Verfügung. "Jeder Mensch hat einen Rechtsanspruch auf eine Unterbringung", sagte der Minister.

Rund 10.000 Obdachlose

Rund 50 freie Träger der Wohnungslosenhilfe haben den Angaben zufolge Mittel für Kältehilfen beantragt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ruhrgebiet und entlang des Rheins. Mitte 2018 waren in NRW laut Wohnungslosenstatistik des Landes knapp 45.000 Menschen wohnungslos. Die Zahl der Obdachlosen ist nicht offiziell erfasst - der Wohlfahrtsverband Caritas schätzt, dass in NRW rund 10.000 obdachlose Menschen leben.

Stand: 12.12.2019, 11:11