Jagdgesetz: Kritiker melden sich bei Anhörung zu Wort

Ein Jäger geht zusammen mit seinem Hund  durch den Wald

Jagdgesetz: Kritiker melden sich bei Anhörung zu Wort

Die geplante Reform des Landesjagdgesetzes stößt auf starke Kritik. Bei einer Anhörung im Landtag sprachen Natur- und Tierschutzorganisationen vom "massiven Rückschritt".

Die Gesetzesnovelle sei ein "massiver Rückschritt" mit in Teilen klaren Verstößen gegen das Tierschutzgesetz, hieß es bei einer Expertenanhörung am Montag (12.11.2018) im Düsseldorfer Landtag.

Rot-grünes Gesetz wird rückabgewickelt

Das aktuell noch gültige, sogenannte "ökologische" Jagdgesetz ist gerade mal drei Jahre alt. 2015 wurde es gegen den Widerstand der Jäger von Rot-Grün beschlossen. Die seit 2017 regierende CDU/FDP-Koalition will alle wesentlichen Punkte wieder rückgängig machen. Das Gesetz müsse wieder korrigiert werden, um der Bedeutung der Jagd für Artenvielfalt und Naturschutz gerecht zu werden.

Reform des Jagdgesetzes auf dem Prüfstand

WDR 5 Westblick - aktuell | 12.11.2018 | 06:11 Min.

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Besonders umstritten: der Katalog der jagdbaren Tierarten. Über 50 Tierarten kommen zurück in den Katalog, viele davon, obwohl sie ganzjährig geschützt sind oder sogar auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen. So zum Beispiel die Waldschnepfe.

Dass geschützte Tiere in den Katalog der jagdbaren Arten aufgenommen werden, bedeutet jedoch nicht, dass sie wieder gejagt werden dürfen. So lange der Schutzstatus gilt, bleibt die Jagd untersagt. Die Tierarten unterliegen aber der Hege durch die Jägerschaft.

Außerdem in der Kritik: Die sogenannte Baujagd auf Füchse wird wieder gestattet, ebenso die Ausbildung von Jagdhunden an flugunfähig gemachten lebenden Enten. Schwarz-Gelb muss nun im Landtag beraten, ob und wie der Gesetzentwurf noch geändert wird.

Unterstützung vom Jagdverband

Der Landesjagdverband hatte das neue Landesjagdgesetz bereits im Juni als "fair und praxisgerecht" bezeichnet.

Stand: 12.11.2018, 16:16