In NRW gibt es weiter islamischen Religionsunterricht

Symbolbild: Eine Mädchen liest während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch. Im Hintergrund ist unscharf ein Lehrer zu sehen.

In NRW gibt es weiter islamischen Religionsunterricht

  • Islamischer Religionsunterricht wird in NRW fortgeführt
  • Gesetz wäre Ende Juli ausgelaufen
  • Mehr muslimische Vereine erhalten Mitsprache

Der islamische Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen wird fortgeführt. Das beschloss der Landtag am Mittwoch (26.06.2019) mit den Stimmen von CDU, FDP, SPD und Grünen. Nur die AfD stimmte gegen den Gesetzentwurf.

Die landesweite Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach war Ende 2011 gesetzlich beschlossen worden - allerdings als Übergangsregelung, die Ende Juli ausläuft. Daher musste der Landtag erneut entscheiden.

Kommentar zum Islamunterricht an Schulen

WDR 5 Diesseits von Eden 30.06.2019 02:49 Min. WDR 5 Von Kadriye Acar

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Kommission statt Beirat

Das neue Gesetz sieht einige Änderungen vor. So wird künftig eine Kommission über Lehrplaninhalte und Schulbücher mit entscheiden. Bislang gab es dafür einen Beirat, in dem vier große muslimische Vereine vertreten waren, darunter die Ditib. Hinzu kamen vier weitere von der Landesregierung benannte Personen.

In der neuen Kommission sollen nur noch muslimische Verbände und Vereine vertreten sein. Jede Vereinigung soll dabei eine Stimme haben - egal, wie viele Muslime sie vertritt. Die Mitgliedsorganisationen müssen künftig einen Vertrag mit dem Land abschließen, in dem strenge Kriterien etwa zur Staatsferne festgelegt werden.

Unterricht in deutscher Sprache

Im Schuljahr 2017/18 erhielten in NRW mehr als 19.000 Schüler von 241 in Deutschland ausgebildeten Lehrkräften islamischen Religionsunterricht. Der Unterricht erfolgt in deutscher Sprache und unter deutscher Aufsicht. In NRW gibt es inzwischen 415.000 muslimische Schüler. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bezeichnete das Gesetz als wichtiges Signal für die Muslime im Land und ihre Gleichberechtigung.

Stand: 26.06.2019, 16:02