Mehr Investitionen für stabileren Zugverkehr in NRW

Fünf Männer halten vor sich eine Pappbahn, im Hintergrund die Flaggen NRWs, Deutschlands und der EU

Mehr Investitionen für stabileren Zugverkehr in NRW

Von Peter Hild

Mit einem neuen Maßnahmenpaket wollen die NRW-Landesregierung und die Bahn den Zugverkehr zuverlässiger machen. 131 Millionen Euro werden dafür ins Streckennetz investiert. Doch bis zur Umsetzung können noch Jahre vergehen.

Mit dem Geld des Pakets "Robustes Netz II" sollen in den kommenden Jahren vor allem zusätzliche Weichen und Signale gebaut werden, damit Gleise flexibler genutzt und Baustellen im Bahnnetz leichter umfahren werden können. Damit soll es vor allem im NRW-Regionalverkehr weniger Verspätungen und Zugausfälle geben als derzeit.

"Deutschland und vor allem NRW muss wieder Bahnland werden", betonte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) bei der Unterzeichnung der Investitionsvereinbarung am Freitag. Moderne Verkehrspolitik sei der beste Klimaschutz, so Wüst. Die Bahn investiert nach eigenen Angaben aktuell Rekordsummen in das NRW-Schienennetz, allein im laufenden Jahr 1,9 Milliarden Euro.

Vielbefahrene Strecken sollen profitieren

Die zusätzlichen Investitionen sind vor allem auf den vielbefahrenen Strecken zwischen Köln und Dortmund - der Stammstrecke für den künftigen Rhein-Ruhr-Express - und rund um den Knoten Köln geplant. Außerdem werden zum Teil stillgelegte Gleise wieder reaktiviert, etwa im Hauptbahnhof Oberhausen.

Insgesamt sind elf Bauprojekte in Rahmen des Investitionspakets geplant, für deren Umsetzung Bahnreisende aber auch wieder mit Einschränkungen rechnen müssen. "Ich gehe aber davon aus, dass Bahnfahrer die konkreten Verbesserungen schon in wenigen Jahren spüren werden", zeigte sich Bahn-Vorstand Ronald Pofalla am Freitag in Düsseldorf überzeugt. Laut aktuellem Projektplan sollen viele der Maßnahmen jedoch erst in acht bis zehn Jahren umgesetzt werden.

Gleise sollen flexibler genutzt werden

Ein Bauarbeiter schweißt ein Stück Schiene auf einer Bahn-Baustelle

Schweißarbeiten an Bahngleisen

Um Verspätungen und Störungen zu verringern, werden auf den Schienen zusätzliche Weichen und mehr so genannter Gleiswechselbetrieb eingebaut. Durch den könnten Gleise künftig in zwei anstatt nur in eine Richtung genutzt werden, erklärte Pofalla. Dadurch könne mehr Netzkapazität erhalten bleiben, indem Züge leichter über andere Gleise gesteuert und Baustellen umfahren werden könnten.

Die Verkehrsverbünde in NRW begrüßten das Maßnahmenpaket. "Für einen stabileren Zugverkehr in der Zukunft sind diese Investitionen unumgänglich. Wir sind gerade rund um Köln auf den zentralen Pendlerstrecken schon jetzt an der Belastungsgrenze", sagte Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer des Zwecksverbands Nahverkehr Rheinland.

Stand: 08.10.2021, 12:50